Website-Marketing

Die Verlags-Site als Profit-Center - Welche Produkte?
Werbe-Plätze
Mehr zu Online-Werbung im umgekehrten Fall: Banner-Werbung für
Verlage und Unternehmen selbst -->hier.
Bis vor gar nicht so langer Zeit galt die Werbefinanzierung (vor allem
Verkauf von Banner-Plätzen) noch als Königsweg für Verlags-Websites,
die explizit als Profitcenter angelegt waren - vor allem also
Sites, die eine Print-Marke, in der Regel eine Zeitschrift, ins Internet
"verlängerten". Viel von diesem Optimismus hat sich an der
zögerlichen Haltung potentieller Werbekunden, am sinkenden Preis und den
sinkenden Durchklick-Raten dünn gescheuert.
Zu klein - zu geringe Reichweiten?
Derzeit bildet sich eine Zwei-Klassen-Gesellschaft mit einer Handvoll
Sites der großen Magazine und Publikumszeitschriften auf der einen und
der Masse der übrigen Verlage im Internet auf der anderen Seite. Beide
Welten spielen das Werbespiel nach sehr unterschiedlichen Regeln.
Ansprüche nach Kampagnensteuerung (Targeting, User Tracking)
und Bezahlung nach Erfolg (pro Klick, CpC, auf die Site des
Werbenden oder gar pro Verkauf, CpS) sind zumindest für kleinere
Verlags-Sites nicht tragbar.
Für die inzwischen auch in Deutschland marktumspannend
vertretenen Online-Media-Agenturen mit ihren mächtigen Ad-Servern und
ihren “Rundum-sorglos-Dienstleistungen” sind die Sites selbst der
mittleren und größeren Verlage mit weniger als 100.000 Besuchern (Visits)
völlig uninteressant – auch wenn gelegentlich das Gegenteil behauptet
wird.
Trotzdem ist der Verkauf von Werbeplätzen nach wie vor bei allen
gleichermaßen die wichtigste potentielle Einnahmequelle.
Qualität vor Quantität - Auf den Fachverlags-Sites die
Fachzielgruppen ohne Streuverlust erreichen
Die Chance der kleineren Verlags-Sites gegenüber der “maschinellen”
Markt-Transparenz der großen Agenturen und Verlage liegt in der Tatsache,
daß sie von vornherein eine sehr genau abgrenzbare Klientel im Internet
(wie im Print) bedienen. Da reichen die reinen Nutzerzahlen (AdImpressions)
völlig aus. Streuverluste gibt es praktisch nicht.
Werbung im Internet heißt zunächst und immer noch Banner-Werbung
(Buttons und bezahlte Links laufen am Rande mit, Microsites und
Interstitials, Cursor-Ads und Nanosites und all die kreativen Werbeformen,
die die Fachdiskussion beflügeln, sind für die Verlags-Sites eher Themen
am Rande – zumal ihre Provider mit den neuen Bannerformen sehr oft noch
nicht klarkommen).
Banner-Kunde = Anzeigen-Kunde
Für die Zeitschriften-Verlage mit professionellem Anzeigenverkauf und
treuen Kunden ist der Verkauf von Online-Werbeplätzen zu bewältigen.
Auch hier, wie bei den Online-Redaktionen, müssen allerdings eigene,
klare definierte Verantwortlichkeiten und Kapazitäten zur Verfügung
gestellt werden.
Zumindest in den Nischen der typischen Fachverlage halten sich auch
die professionellen Kunden-Anforderungen an Leistungsnachweise,
Zielgruppen-Selektion, Reporting und Kampagnensteuerung noch in
Grenzen.
Hier ist allerdings die Versuchung groß, statt aggressivem Cross-Selling
den Bannerplatz als verfügbare Masse und dankbar akzeptiertes Give-Away
in die Anzeigenpakete einzuschnüren und damit den Profitcenter-Gedanken
auszuhebeln. Ganz wie bei der Online-Redaktion muß es auch hier
einen verantwortlichen, ergebnisorientierten Online-Marketer im Verlag
geben.
Trotzdem wird in neun von zehn Fällen der Verkauf von Bannerplätzen
nicht annähernd ausreichen, einen angemessenen Deckungsbeitrag für die
Site zu garantieren.
Bei all dieser Relativierung aber gibt es gerade für Verlagssites
eine frohe Botschaft: Je heftiger das Werberauschen auf den
Online-Kanälen wird, desto erfolgreicher werden die besonders
schlichten Werbeformen, die sich am unauffälligsten in text-starke Seiten
einbauen lassen: Textlinks und Buttons. Tests bescheinigen
diesen Werbeformen inzwischen – wenn alles andere stimmt –
Erfolgsraten, die etwa die spektakulären Multimedia- und interaktiven
Banner blass aussehen lassen.
© lb medien 2001
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