Website-Marketing

Die Verlags-Site als Profit-Center - Welche Produkte?
Das Medium als Produkt
(Zu den Produkten im einzelnen geht es -->hier
lang)
Natürlich kann man mit der Verlags-Site auch Geld verdienen!
Aber bei der Metamorphose von der "Kostenstelle Internet"
zum "Kostenträger Internet" sind ein paar Dinge zu beachten,
die gern und oft übersehen werden.
Die eher bescheidenen Ergebnisse der E-Commerce Bemühungen deutscher
Verlage sollten zumindest vor übertriebenen Erwartungen schützen - auch
wenn E-Commerce als Super-Hype der Saison auf schwankendem
Börsen-Drahtseil gigantische Kapitalmengen über ziemlich unwegsame
Markt-Schluchten schaukelt.
Jüngst hat eine umfangreiche McKinsey-Studie im Auftrag der Magazine
Publishers of America ("Magazines and Their Web Ambitions",
1/2001) noch einmal Salz in die Wunden gestreut. Sowohl bei den
Erfolgsvoraussetzungen und den notwendigen Investitionen als auch bei den
Erlösquellen und deren Mindest-Ergebnissen werden Zahlen genannt, bei
denen die allermeisten Verlage von Anfang an "passen" müssten.
Andererseits zeigt das von viel Medienrummel begleitete Experiment von
Stephen King mit dem Online Vertrieb seines Fortsetzung-Romans "The
Plant", dass unter günstigen Bedingungen selbst mit dem
scheibchenweisen Verkauf von elektronischen Büchern viel Geld zu
verdienen ist. (Seine betriebswirtschaftliche Endabrechnung finden Sie im
Internet -->hier)
Zwei widersprüchliche Online-Tendenzen beherrschen die
Verlags-Bemühungen um die Refinanzierung des Internet-Abenteuers:
- Die typischen Verlagsprodukte und ihre elektronischen Derivate sind
besser als fast alle anderen Produkte (von der Software einmal
abgesehen) geeignet für den Internet-Verkauf.
- Die Internet-Kultur ist geprägt durch den Anspruch, dass
Informationen generell frei und überall verfügbar zu sein
hätten.
Die Genesis des Internets war dezidiert unkommerziell. Das Ethos des
Netzes war das der freien Wissenschaft, des frei zugänglichen und
freizügigen Gebens und Nehmens von Informationen. Viel davon ist noch
geblieben - zumal in den Nischen wie etwa den News Groups.
Danach kam die Phase, in der das Netz die Online-Warenwelt vor den
staunenden Augen der Surfer ausbreitete. Der Zweck war: Marketing. Und
immer war noch alles umsonst.
Da verströmen selbst knallharte Geschäftsleute reichlich moralische
Entrüstung, wenn sie für eine Dienstleistung, eine Information, eine
Vermittlung zur Kasse gebeten werden.
Darf Wissen im Internet Geld kosten?
Die Kommerzialisierung war unvermeidlich hat aber zu einer eigenartigen
Gemengelage im Bewusstsein der Netizens (Netzbewohner) geführt, die jedem
erheblich zu schaffen macht, der redliches Geld für redliche Leistung
erwartet.
Die Signale könnten widersprüchlicher nicht sein:
Einerseits:
Selbst die "Key Players" in den Wissens- und
Unterhaltungs-Märkten mit plausiblen Online-Strategien und respektablen
Erfolgen beim Publikum haben sich von der eBusiness-Bühne auf das
Online-Marketing für ihre Print-Produkte zurückgezogen (so stellte
jüngst Conde Nast zwei blühende Portale, swoom.com und phys.com
ein wegen marginaler Gewinn-Margen und verkündete den Verzicht auf alle
Online-Gewinne durch eine reine Print-Marken-Strategie im Internet).
Andererseits:
Die Champions des kostenlosen Online-Content, die großen Portale,
sind im Begriff, ernsthaft umzudenken und den Versuch zu wagen, den die
traditionellen Content-Anbieter gerade aufgesteckt haben: Verkauf von
Inhalten, Geld für Information und Wissen. Jüngstes Beispiel: Die
entsprechenden Willenserklärungen von Yahoo!
Wissenschaft Online - Wozu Verleger?
Andererseits hat sich die Auseinandersetzung zwischen Autoren und
Verlegern über den freien Zugang zu wissenschaftlichen Informationen im
Netz in letzter Zeit eher verschärft.
In diesem Bereich treffen die "aufklärerischen" Ansprüche
von Wissenschaft und Wissensproduktion auf die kommerziellen
Notwendigkeiten verlegerischer Tätigkeit unversöhnlich aufeinander. Die
ziemlich erfolgreichen Online-Vermarktungs-Versuche der großen
internationalen Wissenschaftsverlage wie Springer ("Link"),
Elsevier etc. haben verschiedene Gegenbewegungen der wissenschaftlichen
Autoren und Verbände provoziert. Ein Beispiel: Die "Public
Library of Science".
Wenn sich der Rauch der wechselseitigen Polemiken verzogen haben wird,
dürfte sich herausstellen, dass das Internet für beide Positionen
reichlich Platz zum Ausbreiten bietet. Electronic Publishing online hat
zumindest in diesen Bereichen auch eine sehr solide ein
kommerziell-verlegerische Zukunft
Informationen verschenken, Wissen verkaufen
Mit diesem Schwebezustand muss sich jeder Verleger auseinandersetzen,
der im Internet etwas zu vermarkten hat. Und die Reaktion des Verlags auf
die ambivalente Online-Kultur des "Erst geben, dann nehmen"
kann nur heißen: Soviel Information verschenken wie nötig, soviel Wissen
verkaufen wie möglich.
Was also kann der Verlag im Internet überhaupt sinnvoll verkaufen?
Ein paar Anhaltspunkte:
© lb medien 2001
http://www.e-publishing.de

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