Website-Marketing

Welche Site mit welchen Produkten für welchen Kunden?
Marketing mit einer und Marketing für eine
E-commerce-Site beginnt, wie könnte es anders sein, mit dem Produkt, das
online verkauft werden soll.
Dabei sind fünf Fragenkomplexe zu bearbeiten:
- Eignet sich das Produkt für den Online-Verkauf? Was muß geschehen,
damit der Kunde die Vorzüge des Online-Einkaufs für dieses Produkt -
wenn es sie denn gibt - wahrnimmt und optimal nutzen kann?
- Eignet sich die Vertriebsstruktur für den Online-Verkauf: B-to-C,
C-to-C, B-to-B, Procurement, Zwischenhandel mit Händlerbindung,
Außendienst oder Direktvertrieb, regional, überregional, global?
Sind das Produkte, die direkt online geliefert werden können oder
erfordern sie eine Offline-Logistik? Sind die nachgelagerten Stufen (Fulfillment)
überhaupt auf diese Anforderungen eingestellt?
- Wie kauft der Kunde dieses Produkt (on- oder offline) ein? Gezielt?
Regelmäßig? selten? zufällig beim Surfen per "Impuls"?
Systematisch nach gründlicher Marktrecherche?
- Welche Erwartungen hat er dabei an den Shop, an den Verkäufer?
Geschwindigkeit? Bequemlichkeit? Sicherheit? Braucht er Beratung,
umfangreiche Dokumentationen, Hintergrundinformationen oder nur eine
Preisliste?
- Welchen Umfang hat das Angebot? 10 Produkte oder 10.000? Bedienen
diese Produkte einen Markt oder viele, eine Zielgruppe
oder mehrere? Ist der Traum (Vorsicht vor den Versprechungen der
Software-Anbieter!) von der Integration aller Wertschöpfungsstufen
(Prozessintegration, supply chain integration) nicht für das
erzielbare Geschäftsvolumen eine Nummer zu groß?
Jede der möglichen Antworten auf die Fragen und die zahllosen
denkbaren Kombinationen erfordern z.T. völlig unterschiedliche
Vorgehensweisen. Schon eine einfache Matrix aus Nutzer- bzw. Käufertypen
auf der einen und Produktkategorien (im Hinblick auf Online-Verkauf) auf
der anderen Seite führt zu einer Fülle unterschiedlicher
Anforderungs-Sets für Konstruktion und Promotion der Web-Site.
Um wenigstens für eine Branche
beispielhaft die Vermarktungschancen im Internet Revue passieren
zu lassen und auf die Konsequenzen für die Art und Führung der
Web-Präsenz hinweisen zu können, startet an dieser Stelle eine
kleine Tour durch das Produkt-Spektrum - den virtuellen
Ausstellungsraum sozusagen - der Verlage und hier insbesondere
der Fachverlage: Wenn Sie diese Tour nehmen wollen, steigen Sie
bitte -->hier
ein:
Welche Produkte können Fachverlage im Internet verkaufen?
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Nun ist diese Matrix aber nicht zwei- sondern mehrdimensional. Heißt:
Für jedes Projekt müssen die Entscheidungen an Schnittpunkten dieser
verschiedenen Dimensionen neu getroffen werden.
Hier nur ein paar Beispiele:
- Es gibt Produkte, die der Endverbraucher, der Händler, der
Hersteller niemals oder nur mit großen Vorbehalten im Internet kaufen
würden.
- Produkte, die vor dem Erstkauf getestet werden müssen, die
langfristige Bindungen nach sich ziehen, die stark vom Vertrauen in
den Hersteller abhängen, hohe Investitionen und großen
Logistik-Aufwand bedeuten u.ä. sind weniger E-commerce-tauglich und
erfordern daher komplexe Gestaltungs- und Anpassungsprozesse auf der
Web-Site - die E-commerce-Site wird bei diesen Produkten eher als ein
Informations-Baustein im Entscheidungsprozess benutzt und weniger als
"Shop". Entsprechend der Focus auf Entscheidungshilfen wie
Testberichte, Qualitätsnachweise, Customizing etc.
- Bei Produkten, die direkt über das Netz vertrieben werden können
(Software, Beratung, Training etc) oder Produkte, die bekannt und für
den "alsbaldigen Verbrauch" bestimmt sind und deren Versand
keine großen Probleme macht (Bücher, CDs) kann alles auf die
gefällige Präsentation, schnelle Suche und bequeme Bestellung
konzentriert werden.
- Bei einfachen, eindeutigen Produkten, die ich regelmäßig kaufe,
kenne, nur abrufen will, ist die Geschwindigkeit mit der ich das
Produkt ansteuern und den Warenkorb abschicken kann entscheidend.
- Bei Produkten, die ich selten kaufe, die eine größere Anschaffung
bedeuten, will ich auswählen, die Preise vergleichen und mich von der
Qualität überzeugen.
- Bei Lifestyle-Produkten oder Produkten, die ich mir selbst aus
Komponenten zusammenstellen und gestalten will, brauche ich die
Möglichkeit der virtuellen und möglichst auch visuellen
"Komposition" (Customizing).
- Der exkusive Händlervertrieb schließt einen frei zugänglichen
Shop generell aus und erfordert ein "Extranet", ein
abgeschlossenes Händlernetz.
- Auf einer B-to-B Plattform sind die Möglichkeiten zur Kommunikation
und zum individuellen, sicheren Austausch von Informationen wichtig,
bei B-to-C Sites steht eher die Transaktion selbst im Vordergrund.
Alles drumherum dient diesem Zweck (s. "trichterförmige"
Struktur der Site).
- Für den Online-Verkauf von zwei langfristig angebotenen Produkten
brauche ich keine aufwendige Katalog- und Shop-Software, bei tausenden
von Produkten mit vielen Spezifikationen, raschen Änderungen oder gar
Verfallszeiten brauche ich nicht nur die aufwendige Shop-Software
sondern sehr viel mehr als das.
- etc. etc.
Erst wenn diese Fragen beantwortet sind, wenn der richtige Punkt in
der vieldimensionalen Anforderungs-Matrix bestimmt ist, entscheidet sich,
welche Tools und welche Marketing-Instrumente ich sinnvollerweise und mit
dem Profit-Ziel im Auge einsetze.
Um die jeweiligen Kundenbedürfnisse mit den richtigen Maßnahmen
beantworten zu können, ist es gute Übung, sich in die Schuhe des Kunden
zu stellen und Schritt für Schritt den Durchgang durch die
E-commerce-Site zu proben mit allen Informationswünschen, Fragen,
Ängsten, Einwänden...
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