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Strategien für Nischen-Portale

Portale, die den Anforderungen an moderne Online-Kommunikations- und Markt-Plätze gerecht werden wollen, erfordern Investitionen in zweistelligen (bei den großen Handelsplattformen auch schon mal dreistelligen) Millionen-Größenordnungen. Das ist für die meisten Online-Players, schon allemal für 99 Prozent aller Verlage, nicht zu schaffen.
Allianzen
Wenn Venture Capital im bisherigen üppigen Ausmaß nicht mehr (so leicht) zur Verfügung steht, bleibt nur der Weg über "horizontale" (Verlags-Beispiele: Legios oder Baunetz) oder "vertikale" strategische Allianzen  der Key-Players in den jeweiligen Branchen - neben den Fachverlagen auch Software-Schmieden, ISPs und ASPs, Dienstleister, Handel und Hersteller. 
Am Anfang eher wenige Partner unter der "Konsortial-Führung" - idealerweise - eines Fachverlags als "neutraler Mittler". Das so geschaffene Portal übt dann eine Sogwirkung auf die übrigen Branchen-Firmen aus und die Eintrittsbarrieren für konkurrierende Portale wird ständig höher.
Noch zieren sich die meisten Verlage, sich etwa mit den unmittelbaren Konkurrenten ins Online-Bett zu legen – aber die Einsicht wächst, dass mit einer starken Content-Allianz der führenden Fachverlage einer Branche, Arm in Arm mit den verhassten Online-Publishern, mit Software-Häusern, Finanzdienstleistern, (den führenden) Branchen-Firmen und...und.. und.. im Internet eine reine Win-Win-Situation herstellbar ist – auch wenn man sich auf allen anderen Märkten als Konkurrenten bekämpft.
Und es wird höchste Zeit, die noch offenen Marktlücken zu besetzen. Schon drohen US-Giganten wie der Pionier VerticalNet, Dach für viele vertikale Branchen-Portale,  mit einem Eroberungsfeldzug nach Europa. Und die horizontalen Super-Portale wie Yahoo! strecken nach der Eroberung praktisch aller „Publikumskanäle“ die klebrigen Finger immer tiefer in die Nischen-Märkte – und wer wollte sich schon einer „strategischen Allianz“ mit (oder der millionenschweren Übernahmen durch) Yahoo!, AOL etc. entziehen!
Der Fachverleger als „Konsortial-Führer“ kann und muss sich dabei nur auf seine Kernkompetenzen besinnen und beschränken und für die “Übersetzung” in das neue Medium die gleiche Professionalität einsetzen (und finanzieren) wie für die anderen, vor allem natürlich Print-Medien, auch.
Erst im Umfeld eines solchen Nischen-Portals und mit der gebündelten Anstrengung für Besucherfindung und -bindung ist die Voraussetzung geschaffen für Online-Verkäufe aller Art. 
Erst das Portal, dann der Einstieg auf breiter Front ins E-commerce – die Reihenfolge lässt sich nicht umkehren.
Die Experten der Delphi Group  jedenfalls sehen den Erfolg der elektronischen Marktplätze für Business-to-Business Transaktionen schon jetzt: Über Vortals sollen im Jahr 2002 Umsätze in Höhe von 5 Billionen US$ abgewickelt werden. Es gibt keinen Grund,  warum die Verleger diese gigantischen Märkte nicht organisieren helfen könnten.

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