Website-Marketing

Marke pflegen vs. Marke machen
Dass im Internet Marken nicht nur gestützt, geführt und gepflegt
sondern auch gemacht werden können, ist in vielen Studien eindrucksvoll
belegt.
E-Branding ist in aller Munde. Aber was das genau ist und wie
das geht - da ist noch (fast) alles offen.
Jeder kennt die Online-Marken Yahoo!, Amazon, CDNow
etc., aber auch in den kleinen Marktnischen des Internet haben sich
überall reine Online-Marken etabliert.
Allerdings hat nach den Höhenflügen der sogenannten Dot.com-Firmen
inzwischen eine gewisse Ernüchterung eingesetzt. Die Illusion, Marken ließen sich im Internet primär durch Marketing/Werbung auf die Schnelle
"machen", ist geplatzt. Der Marken-"Kern", die
tatsächliche Leistung, rückt wieder in den Vordergrund.
Der "Markenkern" Online
Im Internet gehört dazu ganz wesentlich die Web-Site selbst, ihre
Leistung bei der Kundengewinnung und vor allem Kundenbindung.
Hier hat das Online Marketing spezifische Chancen (und geht
spezifische Risiken ein), die Offline so nicht vorhanden sind. (Vor allem
die unter dem Begriff Permission und One-to-One-Marketing zusammengefassten
Eigenarten)
Zwei stark strapazierte aber immer noch aussagekräftige Fälle
sind
- Hotmail als klassisches Beispiel für das netztypische Virus-Marketing
(viral marketing),und natürlich
- Amazon.com; die weltweite Marktführerschaft dieser Marke
beruht weniger auf genialem Marketing als auf genialem Einsatz aller
online, und nur online, möglichen Leistungen in der
Interaktion mit dem Kunden. Da werden dann auch Schwächen z.B. in der
Logistik vom Kunden verziehen - und auch von den Kapitalgebern! (Und
genau an dieser Stelle sind für die meisten mittelständischen Firmen
solche Vorbilder Makulatur -->s. auch das "Capital"
in den "Zwölf
hohen C")
Die neue Erfolgsformel: "Brick- and-Click"
Allerdings: Die alteingesessenen, längst aus der
"vor-elektronischen" Zeit allen relevanten Zielgruppen bekannten
"brick-and-mortar"-Firmen mit ihren bekannten Marken,
ihrer Markterfahrung, ihrer Kundennähe, ja auch der physischen Präsenz
und Logistik, laufen - wenn sie sich einmal aufgerafft und zu "brick-and-click-Unternehmen"
gewandelt haben - den reinen Internet-Firmen, den Dot.coms, immer
häufiger den Rang ab.
Dass bei aller Begeisterung für`s Virtuelle gerade auch bei der
jüngeren Generation - und hier nach jüngsten Studien sogar
überproportional - die Möglichkeit der realen Begegnung in der realen
Welt eine erhebliche Rolle spielt, wird inzwischen mit Staunen registriert
- und ist doch eigentlich selbstverständlich.
Das wurde noch vor kaum einem Jahr ganz anders gesehen. Damals galt
das Dogma: Wer zuerst kommt gewinnt! Der "First Mover"
war der Siegertyp und "time-to-market", die
kürzest mögliche Zeit zwischen Idee und Auftritt im Internet, das
Siegerkriterium. Beliebter Spruch aus dieser Zeit: "Die
Schnellen fressen die Langsamen". Das ist zwar immer noch nicht
falsch, muss aber durch den Zusatz ergänzt werden: "..und sterben
schneller!" Die Wirklichkeit hat die Start-Ups eingeholt.
Marken-Transfer ins Internet oder Internet-Marke
Anders als beim virtuellen Firmen-Prospekt muß sich das Unternehmen beim
ernst zu nehmenden Start ins Internet entscheiden, ob es
- die vorhandenen Marken online promoten und mit Internet-spezifischen
Merkmalen zusätzlich aufladen oder
- aus den offline erworbenen Kernkompetenzen neue Online-Marken, z.B.
eigene (Nischen-)Portale im Internet, schaffen will (Beispiele aus den
Fachmedien: multimedica.de, baunetz.de, industrienet.de).
Der unschätzbare Vorteil einer offline eingeführten Marke, etwa
eines Zeitschriften-Titel, einer Buchreihe, eines Kongresses, auch für
das Online-Geschäft liegt auf der Hand.
Eine Marke - ein Erscheinungsbild - medientypisch
variiert
Die Konsequenz heisst: Cross-Media-Marketing
oder präziser: "Marken Synergie", i.e. die einheitliche Präsentation der Marke über alle Medien
hinweg - bei gleichzeitiger Konzentration auf die jeweiligen Stärken des
Mediums und die gegenseitige Stützung der Medien untereinander. Die Zeit
der zwei Marketing-Pläne, online und offline, ist definitiv vorbei.
Dieses Zusammenspiel der Kommunikations-Kanäle ist zwischen TV,
Rundfunk und Print längst eingespielt (wenn auch längst nicht immer
intelligent genutzt). Der Newcomer Internet aber führt in den meisten
Fällen noch ein merkwürdiges Eigenleben, als wende sich das Medium an
völlig andere Personen mit anderen Bedürfnissen und anderen
Rezeptionsgewohnheiten.
Die Einbeziehung des Internet in die Markenführung für eine bereits
bestehende Marke bedeutet also vor allem die Nutzung der
Internet-spezifischen interaktiven und
Dialog-Elemente (mit dem finalen Traum von der Marken-Community).
Die hohe Schule der Markenführung im Netz ist dann der Versuch, die
Marke in die autonome Kommunikationsstrukturen des Internet
"einzuweben", oder weniger poetisch gesagt: Die Marke
unauffällig wie einen Virus
in die - organisierten und spontanen - Mensch-zu-Mensch-, User-to-User-,
Consumer-to-Consumer-, Peer-to-Peer-Netze einzubringen.
Hängt das Internet aber mit diesen seinen Stärken sozusagen in der
Luft, d.h. wird das Pull-Medium Internet nicht gestützt und vor allem
"gefüttert" durch Aktionen in den typischen Push-Medien,
vertrocknen die interaktiven und Dialog-Ansätze schon im Entstehen -
"es ist Dialog, aber keiner geht hin".
Umgekehrt wird die Marken-Website zum "Flankengeber" für
andere Medien, etwa als Ausgangspunkt und "Basislager" für
SMS-Kampagnen oder als Referenz-Medium für die Tiefen-Information von
potentiellen Kunden, die durch eine TV-Kampagne aufmerksam gemacht wurden.
Das Prinzip also auch hier: Nicht nur viele Anlässe zur Begegnung der
Zielgruppen mit der Marke sondern die Chance der dauerhaften
Beschäftigung mit der Marke schaffen und die Wahrscheinlichkeit erhöhen
durch das Zusammenspiel der aktiven und passiven, Push- und Pull-Kanäle.
Das einheitliche Markenbild über alle Kanäle
Dort wo heute im Marketing schon "cross-medial" gedacht wird
und das Internet nicht eine kommunikative Ghetto-Existenz fristet, lauert
nun eine andere Gefahr - sozusagen am gegenteiligen Ende des
Medien-Integrations-Spektrums: Das Dogma, dass die Marke in allen Medien
exakt den gleichen Auftritt, die gleiche Tonalität haben sollte.
So wichtig natürlich die einheitliche Vermittlung eines Markenkerns
quer durch alle Medien sein muss, so unsinnig wäre es, den jeweils
besonderen Charakter der Medien zu ignorieren und über alles eine
emotionale Einheitssoße zu gießen.
Das ist z.B. beim Einsatz der Kino-Werbung fast immer von allen
begriffen. Im Kino treffe ich ein besonderes Publikum in einer besonderen
"Lebenssituation" in heiterer Erwartungs-Stimmung und bediene
mit den extrem emotionalen Mitteln des Films und der Leinwand diese Bühne
mit entsprechenden Formen und Inhalten.
Aus welchem Grund auch immer: Der Internet-Auftritt der weitaus meisten
Netz-Anbieter lässt dagegen jedes Bewusstsein der besonderen Situation
der doch nach wie vor besonderen Nutzergruppen in ihrer besonderen
Handhabung des Mediums Internets vermissen, ist meistens ein Abklatsch der
Marken-Kommunikation in den "traditionellen" Medien.
Die Integrität der Marke leidet eben nicht durch die
medientypischen Variationen des Markenbildes sondern im Gegenteil: Sie
erhält Farbe und Substanz durch den intelligenten Einsatz der
Medien-Charakteristika für die Ansprache und das "Gespräch"
der jeweiligen Publika mit der Marke.
Jeder Marke den eigenen Auftritt
Außer bei Unternehmen mit nur einem Produkt, also einer einzigen Marke,
reicht es gerade auch unter dem oben genannten Aspekt der
Nutzer-Orientierung in der Regel nicht aus, sich mit einer
geschlossenen
Unternehmens-Site im Netz zu präsentieren.
Jede Marke braucht ihren eigenen Auftritt – und sei es nur ein
separater
„Eingang“ (eigene Domain, http://www.meine-marke.de, mit
mindestens
einer eigenen Einstiegsseite, oder auch nur eine sogenannte „Subdomain“,
http://www.meine-marke.mein-unternehmen.de oder
http://www.mein-unternehmen.de/meine-marke)
mehr dazu -->hier
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