Website-Marketing

Marken online inszenieren - Am Beispiel Fachverlag
Es gibt Internet-typische Formen, wie z.B. Verlags-Marken
präsentiert, inszeniert und dem Herzen des Nutzers nähergebracht werden
können. Alle haben sie etwas mit den spezifischen Stärken des Internet
zu tun, die oben aufgezählt wurden.
Multimedia
Der multimedial Charakter des Internet erlaubt online - mit all den
Einschränkungen, auf die an anderer Stelle ausführlicher eingegangen
wird - eine "Inszenierung" der Verlags-Marken mit medialen
Instrumenten, die offline nicht zur Verfügung stünden.
So kann etwa durch dynamische und 3D-Darstellungen oder gar durch
Bewegtbild eine medizinische Fachzeitschrift oder auch ein erfolgreiches
Lehrbuch online nicht nur "dramatisiert" sondern auch mit
zusätzlichem Nutzen und erhöhter Kompetenz aufgeladen werden.
Eine Handelszeitschrift kann ihren Abonnenten durch aktuelle
WAP-Nachrichten einen geldwerten Vorsprung verschaffen, etc, etc.
Ein Mißverständnis - zumindest für den hier angesprochenen Bereich
Fachpresse - wäre der Einsatz "dramatischer"
Programmiertechniken, etwa DHTML, Flash, Streaming Video lediglich zur
Inszenierung einer inhaltsleeren Marken-Show.
Sofort verfügbar - der kürzest mögliche Produktionsprozeß
Alle Inhalte sind verfügbar sobald sie entstehen. Die einfache
Formsprache, der kurze "Produktionsprozeß" und die
grundsätzlich offene Form aller Angebote machen`s möglich. Die
typischste Form ist der Datenbankzugriff - Database-Publishing at
its best.
Immer aktuell - auch langlebige Produkte
Das permanente Online-Update (als "News" auf der Site und per
Newsletter jeweils gemeldet) dramatisiert die “Aktualität” der
Verlagsmarken, sei das nun ein Ratgeber-Buch, eine Zeitschrift oder eine
Datenbank (in Handbuch- oder Loseblatt-Form) und weckt das Bedürfnis nach
dem kompletten Produkt.
Der Nutzer arbeitet mit
Der Nutzer wird in das Produkt, die Produktion und die Gestaltung der
Verlagsmarke selbst einbezogen. Mit "Talk-Back-Buttons",
Mailing-Listen etc. wird er ständig aufgefordert, sich selbst in die
Entstehung und Verbesserung der Verlagsprodukte einzubringen. Er fühlt
sich ernstgenommen -- auch wenn er nie davon Gebrauch macht.
Interaktion - Hilfe, Beratung, Gespräch sofort
Das Internet stellt interaktive Instrumente zur Verfügung, um den
Verlagsmarken zusätzliche Kompetenz zuzuführen. Das Experten-Forum mit
Archiv und FAQ (Frequently Asked Questions) -Liste ist dafür ein
typisches Beispiel.
Bei Themen mit hoher persönlicher Betroffenheit - etwa bei
chronischen Krankheiten - ist auch die Möglichkeit der Kommunikation
Betroffener untereinander auf der Verlags-Site - etwa per Chat oder
Mailing-Liste - ein solches Kompetenz- und User-Bindungs-Instrument.
Der kurze Draht zu Presse
Die Verlags-PR erhält über die Internet-Anbindung des Verlags eine ganze
Reihe neuer Instrumente. Hier stehen primär die “Push”-Elemente des
Internet im Vordergrund. Email-Presseverteiler, Newsletter, Autoresponder
etc. werden bisher von Verlagen in Deutschland wenig genutzt, obwohl sie
ihre Leistungsfähigkeit bewiesen haben. (Mehr dazu -->hier).
“Virtuelle Pressestellen” gibt es auf Verlagsservern kaum, obwohl
diese besondere Form, die man vielleicht Permission-PR nennen könnte, den
Arbeitsabläufen in Redaktionen entgegenkommt.
Bei den professionellen Verteildiensten von Pressemeldungen, wie etwa
bei der dpa-Tochter ots, finden sich erstaunlich wenige Meldungen aus
deutschen Verlagen.
Der souveräne Nutzer
Der Besucher selbst steuert die Art und Weise, wie er sich mit den
Verlagsprodukten online auseinandersetzt (mehr dazu -->hier).
Er selbst entscheidet auch, ob, wann und wie er sich auf das Angebot
einlassen will. (Daß ihm das "ob" per Web-Promotion, und das
"wie" per Interaktions- Angeboten so nahe gebracht wird wie
möglich, steht auf einem anderen Blatt.)
Gerade diese "Souveränität des Nutzers" führt dazu, dass
er sich auch emotional stärker, da proaktiv und kreativ gefordert, mit
der Marke verbindet. Dieser Zusammenhang ist natürlich bei Marken aus dem
Konsumgüterbereich noch deutlich stärker als bei den
"kopfgesteuerten" Marken eines Fachverlags.
Die Marken-"Community"
Alle diese Prozesse gipfeln in der Online-Form der "Tupper-Parties"
oder, weniger despektierlich, im Cyber-Verein, der "Community",
rund um die Marke selbst, einen von ihr gezeugten "Kult" oder -
wie bei Fachverlagen - ihren thematischen Kern (mehr dazu -->hier).
Die interaktiven Techniken, die einen solchen Community-Prozeß am
Laufen halten, von Newsletter, Chat und den neuen Peer-to-Peer-Technologien
bis zum Direct- und Open-Publishing von "virtuellen
Fachzeitschriften" (mehr dazu -->hier)
stehen in dieser Fülle und Kombination nur im Internet zur Verfügung.
Ob sie, und wenn ja wie, wieso und unter welchen Bedingungen
tatsächlich "funktionieren" bleibt weitgehend offen. Das ideale
Feld für "Learning by Doing".
© lb medien 2001
http://www.e-publishing.de

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