Website-Marketing

Zahlen oder nicht zahlen?
Die Suchmaschinen und Kataloge schlitterten Ende der 90ger Jahre trotz oder gerade wegen ihrer
unbestreitbaren Erfolge, in die ökonomische Krise. Für den
Web-Site-Betreiber hat das unangenehme Folgen.
Er wird auf immer neue und immer phantasievollere Art zu Kasse gebeten. Ohne
Moos ist in den Suchmaschinen und Katalogen nicht mehr viel los!
Suchmaschinen-Marketing reduziert sich - zumindest für diejenigen, die es
sich leisten können (und müssen) - im wesentlichen auf die bezahlten Formen
der Eintragung und Platzierung.
Das Portal lebt nicht von Werbung allein!
Bis praktisch ins neue Jahrtausend sind fast alle Online-Portale,
Suchmaschinen oder Web-Kataloge, von einem einfachen Geschäftsmodell
ausgegangen: Banner-Finanzierung in einer Reihe von Varianten, wie etwa dem
Key Word Sponsoring (Einblenden des Banners nur bei Aufruf bestimmter
Schlüsselwörter). Ausnahmen bildeten nur die wenigen "Pay-per-Click"-Suchmaschinen
wie Overture.com (seit Anfang
2002 auch in Deutschland Overture.de,
ebenso wie Konkurrent Espotting) bei denen man Top-Positionen
bei relevanten Schlüsselbegriffen "ersteigern" und nach Klicks (Click-Through-Rate,
CTR) auf die eigene Web-Site abrechnet.
Für Site-Betreiber war die Anmeldung bei Suchmaschinen und Katalogen
ansonsten jederzeit kostenlos möglich.
Diese Zeiten sind endgültig vorbei!
„Bearbeitungsgebühren“ - Paid Submission
Zunächst erhoben die führenden internationalen Kataloge, an der
Spitze Yahoo!, Gebühren für die prompte Bearbeitung der
Site-Anmeldungen, im Jargon "Pay for Consideration, Paid Submission".
(199,- Dollar für eine Bearbeitungsgarantie – Express Submit -
innerhalb von zwei Wochen, keine Aufnahme-Garantie!).
Einen Schritt weiter ging dann LookSmart mit einer deftigen
"Zwangsabgabe" ("Pay for Inclusion") für alle
kommerziellen Sites - wer nicht zahlt, wird erst garnicht aufgenommen.
Dieses Modell erwies sich als besonders lukrativ, da führende
Suchmaschinen, wie z.B. Altavista, und Portale wie MSN, LookSmart
als ergänzenden Katalog zu ihren robot-getriebenen Suchmaschinen aufnahmen
und damit die Reichweite des Katalogs explosionsartig anstieg.
Die Suchmaschinen bekamen dafür einen Teil der Eintragungsgebühren und
revanchierten sich "heimlich" durch Bevorzugung der im Katalog
eingetragenen Web-Sites beim Ranking der Suchergebnisse in der Suchmaschine
selbst.
Seither drehen beide - und andere mit ihnen - an der Preisschraube.
In Deutschland sind die beiden führenden Web-Kataloge web.de und allesklar.de/meinestadt.de
flugs auf den LookSmart-Zug aufgesprungen und verlangen nun grundsätzlich
Eintragsgebühren.
Allesklar verfolgt darüber hinaus konsequent die „Looksmart-Linie“ und präsentiert seine Ergebnisse auf möglichst vielen „Fremd-Portalen“, vor allem natürlich Suchmaschinen
(Fireball, Lycos). Mit dem Argument der zusätzlichen Reichweiten lassen sich dann die hohen Preise für die Eintragung rechtfertigen. Umgekehrt haben z.B. die Suchmaschinen eine Interesse daran, den
Allesklar-Kunden in den eigenen Ergebnislisten einen Vorteil zuzuschanzen – obwohl sie das niemals zugeben würden, ist es selbst für den kursorischen Beobachter leicht nachzuvollziehen.
Suchmaschinen
zogen nach – Paid Inclusion
Dass das Yahoo/LookSmart-Modell schliesslich auch auf die
robot-getriebenen "echten" Suchmaschinen übertragbar ist, bewies
als erster Inktomi, Index- und Technologie-Provider für weltweit mehr als
200 Suchmaschinen (z.B. Hotbot und MSN, keine eigene
Suchmaschine, aber der Index kann über das sog. Pure
Search Portal von PositionTech eingesehen werden).
Ein ausgeklügeltes, gestuftes Gebührensystem mit Aufnahme-Garantien
liess die Kassen klingeln.
Bereits Mitte 2000 hatte Inktomi durchsickern lassen, dass
Direkt-Anmeldungen von Site-Betreibern künftig eher dilatorisch behandelt
würden und angemeldete Seiten (im Gegensatz zu den von den Inktomi-Spidern
selbst gefundenen Seiten) keine große Chance mehr für eine gute Platzierung
hätten. Grund: Der Missbrauch der freien Anmeldungen durch Spammer (laut
Inktomi-Sprecher: Über 80 Prozent der Anmeldungen sind SPAM!)..
Wenig später dann die Meldung - immer noch sehr vorsichtig - man könne
sich gegen eine moderate Gebühr einen prompten Spider-Besuch und die Aufnahme
in den Inktomi-Index (bzw. die vielen Indices) erkaufen. Inzwischen ist diese
Strategie offiziell verkündet und die Reseller drängeln sich an die
Futtertröge.
Bezahlt wurde pro angemeldeter Url (Paid Iniclusion) pro Jahr.
Besondere Programme für Gross-Kunden mit tausenden von Seiten wurden mit den
summarischen XML-Feeds (liebevoll als „Trusted Feeds“
bezeichnet) aufgelegt und boten besondere Vorteile (48-Stunden-Service/Spider-Besuche
und Aufnahme aller Seiten, die von den Robots normalerweise nicht gefunden
wurden, z.B. dynamisch generierte Seiten).
Fast alle großen Suchmaschinen und Kataloge haben sich dem mit mehr oder
minder phantasievollen Gebührenprogrammen angeschlossen (Ausnahme Google und
einige der Newcomer wie Gigablast).
Inzwischen ist weder bei Inktomi noch bei Lycos, um nur zwei
Prominente zu nennen, eine kostenlose Anmeldung überhaupt noch möglich. Bei AllTheWeb
und Altavista - inzwischen alle unter dem Yahoo-Dach friedlich
vereinigt - gibt es zwar immer noch eine (begrenzte) kostenlose
Eintragungsmöglichkeit, aber wer`s auch nur halbwegs eilig hat, zahlt auch
hier - pro eingetragener URL oder, bei den umfangreichen Websites,
per XLM-Feed.
Übrigens - oder angeblich - kauft man mit der teuren Garantie-Eintragung
in den Suchmaschinen-Index nicht eine bevorzugte Platzierung bei der
Ausgabe der Suchergebnisse. Die müssen nach wie vor durch Optimierung der
Seiten erreicht werden.
Mit dieser Entwicklung ist vermutlich der Untergang der freien Suchmaschinen-Eintragung
eingeläutet. Wer nicht zahlt, muss sich hinten in die Reihe anstellen und
niemand weiß, ob er dort jemals abgeholt wird.
Platz kaufen - Paid Placement
Konsequenter und von Anfang an in die Geschäftsmodellen der großen
Suchmaschinen einbezogen war die bezahlte Platzierung von Suchergebnissen auf
den vorderen Plätzen. Eindeutig als Werbeplätze, „sponsored listings“
oder ähnlich, gekennzeichnet, widersprach diese Praxis zunächst nicht der
Medien-üblichen Trennung von „redaktionellem“ Inhalt und Werbung.
Problematisch wurden nur Versuche von Portalen, bei der Übernahme von
Suchergebnissen aus Suchmaschinen diese Unterscheidungen zu verwischen, was in
den USA sogar den Eingriff des Gesetzgebers provozierte.
“Zum
Ersten, zum Zweiten und....“ - Pay per Click Suchmaschinen
Erfolgreicher waren die Versuche, alle Positionen in den
Ergebnislisten ausdrücklich und offen „kommerzialisierter“ Suchmaschinen
zu einzelnen Suchbegriffen zu verkaufen bzw. zu versteigern (keyword
bidding), dann aber nur den Erfolg, also den Klick der Besucher auf
die URL, in Rechnung zu
stellen. Der Kunde zahlt de facto nur pro Besucher, den die Suchmaschine ihm
„überweist“.
Der Erfolg dieses Modells in den USA (vor allem Goto.com, heute: Overture.com)
und England (u.a. Espotting.com) hat weltweit einige hundert Nachahmer
gefunden, in Deutschland z.B. Qualigo.de,
deren Erfolge allerdings bescheiden blieben. Seit Anfang 2002 operieren
Overture und Espotting nun selbst im deutschen Markt und haben
sich dort eindeutig als Marktführer positioniert..
(Alles über alle Pay-per-Click Suchmaschine bei PayPerClickSearchengines.com
).
Über
PayPerClick zu Spitzenpositionen in allen großen Portalen
So einleuchtend das PpC-Konzept auch ist, zu einer veritablen
Revolution wird es erst durch die Tatsache, dass immer mehr Suchmaschinen und
Portale die (gekauften) Top-Postitionen auf den PayPerClick-Suchmaschinen
an prominenter Stelle in ihre Ergebnislisten übernehmen und von den so
generierten Klicks mit profitieren.
Der spektakulärste Deal dieser Art war zunächst die Vereinbarung
zwischen Overture und Yahoo!, nach der die jeweils ersten
(gekauften) Plätze auf Overture für jeden Suchbegriff auch bei Yahoo!
auf den ersten Plätzen (besonders hervorgehoben) ausgegeben werden.
Nach und nach stiegen fast alle wichtigen Suchmaschinen und vor allem
Portale wie MSN, T-Online, AOL etc. in solche Deals mit PpC-Suchmaschinen
(in der Regel Overture und – allerdings fast ausschließlich in
Europa – Espotting) ein.
Dabei ist für den Suchenden oft kaum erkennbar, dass es sich hier um
bezahlte Einträge handelt.
Der Google Sonderweg - AdWords
Google ging - wie immer – auch
bei der Refinanzierung ganz eigene Wege. Mit AdWords wurde eine Lösung
gefunden, die
- die
besonderen Stärken der Suchmaschine (Inhalts-, in diesem Fall also
Suchwort-bezogene Botschaften) kommerziell nutzte,
- ohne
ohne dass die eigentliche Funktion der Suchmaschinen und die
„objektive“ Präsentation der Suchergebnisse in den Ergebnisseiten
kompromittiert wurde.
Die Einblendung von Text-Bannern
passend zu den jeweiligen Suchbegriffen/Keywords ausserhalb der eigentlichen
Suchergebnisse mit einem Bezahl-Modell, das „ergebnisbezogen“ nur den tatsächlich
erfogten, durch Klick auf das Werbemittel nachgewiesenen Kontakt honorierte,
war von Anfang an ein Riesenerfolg.
Hier konnte also, wer immer das
Geld hatte und wem die prominente Präsenz auf den Ergebnisseiten zu
bestimmten Keywords wichtig war, sich einkaufen und nach Erfolg der Aktion
bezahlen.
Kontextbezogene Platzierungen
auf Partner-Portalen
Die Ausweitung dieses Modells ließ denn auch nicht lange auf sich warten.
Zunächst von Overture
halbherzig initiiert stieg Google Ende 2003 mit vollen Segeln unter dem
Namen AdSense in die Ausweitung des AdWord-Konzepts auch auf
andere Inhalts-Websites, insbesondere hochfrequente Portale, ein.
Inzwischen können alle Betreiber
einigermassen populärer, inhaltsreicher Websites fast überall in der Welt
von den Segnungen der Google AdWords profitieren. In einem einfachen
Verfahren meldet sich der Site-Betreiber als Google-Partner an, installiert
den Code, der es Google ermöglichst, die jeweils zum Inhalt jeder Seite
passenden Werbetexte zu platzieren. Die Site-Betreiber erhalten pro Klick
einen Anteil an den Gebühren – für viele Website-Betreiber ein kleines,
aber – da mühelos eingestrichenes – sehr willkommenes Zubrot.
(Wer neugierig ist oder erst einmal testen will, was da auf ihn zukommt, kann
sich schon einmal unverbindlich anschauen, welche Werbespots Google zum
Inhalt seiner Seiten einspielen würde: Google.Blogspace.com).
Spitze:
Yahoo! SiteMatch
Yahoo! hat nicht nur in einem grossen Rundumschlag Suchmaschinen,
PpC-Suchmaschinen, Technologien und Experten eingekauft und zu einer eigenen
Super-Suchmaschine gebündelt sondern gleich auch die verschiedenen Geschäftsmodelle
übernommen, gut gemixt und als Coctail der staunenden Such-Marketing-Gemeinde
Anfang April 2004 serviert.
SiteMatch greift dem
Marketer denn auch gleichzeitig von zwei Seiten in die Tasche: Einmal als „Paid
Inclusion“ mit einer Grundgebühr pro Seite, die in den Index
aufgenommen werden soll – im wesentlichen eine Kopie des Inktomi-Modells
- und dann zusätzlich für jeden Klick auf den Seitenlink in
der Ergebnisliste – also das Overture-Modell – was in dieser
Kombination, zumindest in seiner jetzigen Form, ein Engagement bei Yahoo! für
den Site-Besitzer zum einigermassen unkalkulierbaren wirtschaftlichen Risiko
macht.
Was
lohnt sich – und was nicht: Media-Planung
Für wen lohnen sich solche bezahlten Suchmaschinen-Einträge und
–Platzierungen – und für wen nicht?
Grundsätzlich ist das eine Frage
an die Ziele und die interne Kalkulation der Website. Einfacher ausgedrück:
Was ist Ihnen ein Besucher (unique
visitor)? ein aktiver Kontakt (Email-Kontakt, ausgefülltes Formular,
Gewinnspiel-teilnehmer-Adresse...Lead)? ein Verkauf (je nach
durchschnittlicher Order-Grösse) wert?
Sie wissen das nicht? Dann wird es
Zeit, sich in den Controlling-Teil der Seminar-Materialien zu vertiefen.
Paid
Submission
Hier also nur ein kleines
Rechen-Muster:
Auf Ihrer Website verkaufen Sie Vogelfutter. Der durchschnittliche
Warenkorb-Wert ist € 64,70 mit einem Deckungsbeitrag 2 von € 24.
Ein bezahlter Eintrag bei web.de
in der Kategorie
Ihre
Erfahrung mit Suchmaschinen-Referals sagen Ihnen, dass von 1.000 über
Suchmaschinen vermittelten Besuchern sich 20 für Ihre diversen Gewinnspiele
registrieren (und damit für spätere Email-Werbung „im Kasten“ sind) und
1,2 einen Warenkorb abschicken, den dann auch 1,1 wirklich bezahlen.
Wenn
also Ihre Erwartung an Web.de deutlich über 1.000 vermittelte Besucher
pro Jahr liegt (oder Sie aus früheren Einträgen bei Web.de mit dieser
Größenordnung rechnen können), lohnt sich der Eintrag. Darunter lohnt er
sich zunächst einmal nicht.
Allerdings...
...kommt hier ein Faktor in die Überlegungen, der nur sehr schwer
kalkulierbar ist: Der Wert der Links von diesen Web-Katalogen (mit überragendem
PageRank) auf Ihre Seiten. Was oben schon über das ODP gesagt wurde
gilt hier ebenfalls: Schon allein die verbesserte Platzierung Ihrer Seiten bei
Google, Yahoo! etc. durch die erhöhte „Link-Popularität“ kann
den Einkaufspreis bei diesen Katalogen rechtfertigen.
Darüber hinaus sind praktisch
alle allgemeinen Web-Kataloge ständig bemüht, ihre Reichweite durch
Kooperationen mit Suchmaschinen und Portalen zu erweitern. (Beispiel:
Ergebnisse von Allesklar.de erscheinen
nicht nur beim eigenen Ableger meinestadt.de sondern auch bei Lycos
und Fireball). Diese Kontakte müssten ebenfalls in die Kalkulation
eingehen.
Völlig unkalkulierbar, da immer wieder heftig dementiert, ist die
Bevorzugung der Katalog-Kunden beim Ranking durch die
"gastgebende" - und mitverdienende - Suchmaschine (also z.B. eine
Besser-Platzierung für Allesklar-Kunden bei Fireball).
International
Soll Ihre Site weltweit – vor allem aber in USA - gefunden werden, führte
bisher kein Weg an Yahoo!`s Paid
Submission Programmen vorbei und auch der bezahlte Looksmart-Eintrag
(deren Ergebnisse bei MSN prominent erschienen) war zumindest für
B-to-C-Sites kaum zu vermeiden. Das hat sich (vermutlich) mit der
„Revolution“ bei Yahoo! und dem Niedergang von Looksmart inzwischen wohl
erledigt. Andere Strategien treten hier in den Vordergrund.
Insgesamt: Die gebührenpflichtige
Aufnahme in Web-Kataloge wie web.de oder allesklar.de (€
199!!) in Deutschland sind aufgrund der geringen Marktanteile bei der
Suche im Internet und damit der geringen Anzahl an „übermittelten“
Besuchern per se nur für eCommerce-Sites mit sehr spezialisiertem Angebot
attraktiv.
Paid Inclusion
Nach dem Untergang von AllTheWeb und Altavista und dem halben Rückzug
von Lycos in die „Community“-Nische bleibt als einzig relevanter
Anbieter von Paid Inclusion Programmen praktisch nur Yahoo!. Und
lediglich für stark international ausgerichtete Websites dürfte Teoma/Ask
Jeeves ein Inclusion-Thema sein.
Lohnt sich also der bezahlte
Eintrag in den Yahoo!-Katalog (Paid Submission: € 299) und/oder das Inclusion
plus Pay-per-Click Programm (SiteMatch) der neuen Yahoo!
Suchmaschine?
Jenseits der immer notwendigen
Einzelfall-Prüfung:
- Der
Yahoo!-Katalog, der schon in der Zeit der Google-Übernahme durch Yahoo!
erheblich an Bedeutung verloren hatte, wird weiter verlieren. Nur in
Ausnahmen dürfte sich daher – vor allem für deutsche Sites – die
Bezahlung der Express-Aufnahme lohnen. Das gilt auch, wenn man – wie
oben erwähnt – den positiven Effekt für die „Link-Popularität“
einrechnet.
- Falls
es bei der Kombination von Aufnahmegebühren und Gebühren pro Klick
bleibt und der Site-Betreiber keine Chancen bekommt, hier durch Begrenzung
seines Einsatzes oder kurzfristige steuernde Eingriffe sein Engagement zu
kontrollieren, ist zumindest vorläufig (bei einem Yahoo-Anteil am
deutschen Markt von unter 10 Prozent) Abwarten angesagt.
- Ausnahme
von dieser Vorsicht!-Empfehlung sind möglicherweise die grossen
E-commerce-Sites mit umfangreichen und ständig aktualisierten Katalogen,
die von dem Trusted-Feed-Angebot (summarische Übertragung aller
– auch der dynamischen – Seiten per XML-Feed in den Yahoo!-Index mit
der Garantie einer 24- bzw. 48-stündigen Aktualisierung) profitieren –
und sie sich leisten können!
Pay
per Click
Immer ein Thema dagegen sind inzwischen die Pay-per-Click-Programme
sowohl in der Overture/Espotting-
also auch in der Google AdSense-Version
(und erweitert durch die Kontext-Platzierungen).
Zumal die grossen und die
E-commerce-Websites mit ihren technisch aufwändigen, für die Suchmaschinen
aber kaum zu bewältigenden Seiten und Strukturen konzentrieren sich – von
ihren Suchmaschinen-Marketing-Agenturen milde in die für alle Beteiligten
bequemere und lukrativere Richtung gesteuert – ganz überwiegend auf diesen
Bereich und verzichten oft ganz auf das „organische“, anstrengende und
nicht frustrationsfreie Optimieren ihrer Suchmaschinen-Positionen.
Dabei wird allerdings oft übersehen,
dass in die Erfolgsrechnung eben nicht nur die jeweiligen „per
Click“-Kosten sondern die erheblichen Aufwände für Controlling und
Steuerung der Kampagnen bis in die kleinsten Details eingerechnet werden müss(t)en.
Denn der Erfolg der CpC-Kampagnen
hängt ab von
- der
präzisen Bestimmung der Zielgruppen und den gebotenen Wahlmöglichkeiten
bei der Kampagnen-Steuerung („Kann ich bestimmte Zielgruppen/Werbeträger
exklusiv belegen oder ausschließen? Kann ich die Zielgruppen regional
eingrenzen? – Neu bei Google: Regionales Targeting! ... )
- der
richtigen Auswahl der zu belegenenden Keywords (genau wie bei der
organischen Optimierung: „Wer sucht, wie oft, mit welchem Keyword und
welcher Absicht nach denDingen, die ich auf meiner Seite anbiete?“),
- der
präzisen Steuerung und der permanenten, zeitnahen Kontrolle des „Versteigerungs“-Prozesses
für jedes Keyword einzeln („Wieviel muss ich für Platz 1 bei
Keyword X bieten? Wo ist meine Grenze? Welcher Platz ist für welches
Gebot noch akzeptabel? Wie kann ich meinen Biet-Kontrahenten zu einem für
mich günstigen Verhalten zwingen...?“),
- der
genauen und auf die jeweilige Situation der Zielgruppen abgestimmte
„Ansprache“ in den kurzen Angebotsbeschreibungen (permanente Tests
alternativer Formulierunegn notwendig!)
- der
präzisen und zeitnahen Kontrolle und Steuerung der Ergebnisse
(„Konversionen“) aus diesem Prozess („Wieviele Klicks/Besucher
von welcher Suchmaschine zu welchem Keyword/Phrase lösen die gewünschte
Aktion, z.B. Registrierung, aktive Kontaktaufnahme, Kauf, aus und wie
viele Klicks/Besucher gehen unterwegs „verloren“? und warum? Welche
Keywords sind also „erfolgreich“, welche nicht? Jederzeit oder nur zu
bestimmten Zeiten? Überall oder nur an bestimmten Orten?“ Etc.etc.)
Zwar werden alle diese Kontroll-
und Steuerungsprozesse inzwischen von den PpC-Suchmaschinen intelligent
unterstützt und etliche – noch viel intelligentere – Software-Programme
(sowohl für die Optimierung der „Versteigerungen“, Beispiel: GoToast,
als auch für die „Konversions“-Kontrolle durch die Top-Level Versionen
der Logfile-Analyse-Programme) machen die Arbeit leichter. Aber für eine
einfache Firmen-Website mit schlichten Image- und Marken-Bekanntheits-Zielen
ist dieser Aufwand kaum zu leisten und eine PpC-Strategie wird damit zur –
unter Umständen sehr teuren – Lotterie.
Paradigmen-Wechsel im
Suchmaschinen-Marketing?!
Mit den unterschiedlichen Bezahlformen, vor allem aber mit der Verbreitung der
PayPerClick-Philosophie verlagert sich allmählich der Schwerpunkt in
der Bearbeitung der Suchmaschinen und Kataloge – zum Besseren wie zum
Schlechteren – von der
„organischen“ (Versuch, auf
die von den Suchmaschinen-Algorithmen vorgegebenen Bewertungen der Seiten
Einfluss zu nehmen), auf das „kommerzielle“ Management der Suchergebnisse
und die Steuerung der Besucher-Pfade hin zu den gewünschten Aktionen.
Zunächst einmal trennen sich ganz einfach in der Welt der
Online-Suchhilfen die „Have-s“ von den „Have-Not-s“.
Viele Website-Bastler und Suchmaschinen-Tüftler können oder wollen das
Geld nicht aufbringen, das ihnen die schnelle Aufnahme und gute Platzierung in
den Suchmaschinen und Portalen garantiert.
Wenn sie dann – was leider die Regel ist – auch nicht bereit sind, in
die „organische“ Optimierung ihrer Suchmaschinen-Positionen erhebliche
Zeit- oder Geldmittel zu investieren, sind ihre Websites im WeltWeitenWeb
entweder gänzlich verloren oder auf das gute Glück angewiesen.
Trotz der Zusicherung der Suchmaschinen und Kataloge, auch künftig
private und gemeinnützige Sites kostenlos und zügig aufzunehmen, zeichnet
sich schon jetzt diese Zwei-Klassen-Gesellschaft ab.
Dabei werden sicher etliche interessante und originelle Sites einen Teil
ihrer „Sichtbarkeit“ im Netz verlieren und zunehmend auf „Mund-zu-Mund“-
oder besser: „Maus-zu-Maus“-Propaganda angewiesen sein.
Andererseits aber wird ein Teil der schlecht zusammengestrickten,
halbherzig ins Netz gestellten, sprich: völlig überflüssigen Websites und
Netz-Ruinen nicht länger die Ergebnislisten der Suchmaschinen verstopfen.
Nur wer sein Internet-Engagement ernst nimmt, wird auch bereit sein, für
die Promotion seiner Web-Site Geld auszugeben – immerhin ein, wenn
auch nicht immer ganz verlässlicher - Relevanz-Filter.
Für den Suchmaschinen-Optimierer wird das Leben etwas leichter, wenn auch
teurer. Mit überschaubaren Investitionen kann er schnell und gezielt seine
Web-Site in die Indices und Kataloge bringen und durch die wechselseitige
Durchdringung der Indices und Portale schafft er eine ganze Reihe von
Platzierungen auf einen Streich.
Andererseits sorgt die exponentiell steigende Konkurrenz für ständig
steigende Kosten, die mit ständig wachsender „Intelligenz“, komplexen
Biet- und Kontroll-Strategien wieder aufgefangen werden muss, wenn sich das
Ganz denn noch lohnen soll.
Das Internet vollzieht jetzt nach, was ihm die Print- und elektronischen
Medien seit Jahrzehnten bereits vorexerziert haben: Die immer diffizilere und
differenziertere Media-Planung und Werbeerfolgskontrolle.
Damit einher geht die Professionalisierung und Spezialisierung des
Suchmaschinen-Marketing (und des Web-Marketing insgesamt).
Auch das Internet wird „erwachsen“. Im Unterschied zu den anderen
Medien aber behält es seine Kinderstuben-, Kinderspielplatz- und
Laienspiel-Abteilungen bei und mit ihnen den Charme des Spontanen und
Absichtslosen, aus dem wieder Neues wachsen kann.
Wie werden bezahlte Platzierungen angenommen?
Die Frage stellt sich natürlich, ob die bezahlten Platzierungen von den
Suchmaschinen-Nutzern angenommen und angeklickt werden.
Verschieden Studien aus 2003 - allerdings sämtlich in USA durchgeführt -
bringen hier erstaunliche Antworten:
Viele User können nicht zwischen "normalen" und
"gesponserten" Suchmaschinen-Ergebnissen unterscheiden - selbst dort
nicht, wo die bezahlten Platzierungen deutlich markiert oder abgesetzt sind.
Ein weiterer, nicht unbeträchtlicher Anteil hält die bezahlten
Ergebnisse für besser oder gar sehr viel besser wie die normalen. Der
Mehrheit sind bezahlte und "organische" Ergebnisse gleich viel wert.
Nur eine kleine Minderheit hält sie für völlig minderwertig und
ignoriert diese Einträge.
Ein Beispiel (Nielsen/Netrating Dezember 2003):

© lb medien 2004
http://www.e-publishing.de

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