Website-Marketing

Wenn der Internet-Nutzer sich mit einem Suchwort oder einer Such-Phrase an
eine Suchmaschine wendet, erhält
er aus dem Index nicht nur die mehr oder weniger große Zahl der
"Adressen" unter denen dieses Suchwort zu finden ist, sondern alle
Suchmaschinen bemühen sich auch, die jeweilige Relevanz der Dokumente in
Bezug auf das Suchwort zu bestimmen und die Liste der Suchergebnisse danach zu
ordnen (Ranking).
Dabei hat (leider!) jede Suchmaschine ihre eigenen Methoden (Algorithmen),
was die Sache für den Webmaster, der seine Site natürlich bei den für ihn
wichtigsten Schlüsselbegriffen an oberster Stelle der Suchergebnisse sehen möchte,
außerordentlich kompliziert (s. "20 Tipps"). Beispiel: Google oder
AltaVista benutzen - nach eigenen Angaben - mehr als 100 Ranking-Kriterien
für die Bewertung der Seiten und der Web-Sites (themenbasiertes Ranking).
Ein paar Regeln, nach denen Suchmaschinen
einzelne Seiten für bestimmte Schlüsselbegriffe "ranken",
lassen sich aber formulieren, die als "kleinster gemeinsamer
Nenner" für den größten Teil der Suchmaschinen gültig sind:
Ein „Basis-Kriterium“ bei allen Suchmschinen ist die Häufigkeit und
ggf. "Nähe" zueinander der abgefragten Schlüsselwörter im Text
und ggf. in den Meta-Tags im Verhältnis zur gesamten Textmenge (keyword
density)
Wie die Suchmaschinen Keywords und
ihre Varianten behandeln
Dabei taucht immer wieder die Frage auf, ob die Suchmaschinen
Varianten des Begriffs, also Plural, Deklinationen oder kombinierte Wörter
selbstständig erkennen und auf den Grundbegriff zurückführen kann ("stemming"),
oder ob der Optimierer alle diese Formen in die Seite bzw. die Meta-Tags
einbauen muss.
Die Antwort lautet, wie fast immer bei den Suchmaschinen: Teils-teils.
Es gibt Suchmaschinen, die den Wortstamm erkennen (stemming). Die
Mehrzahl aber nicht. Es ist also sinnvoll, die verschiedenen Varianten des
zentralen Begriffs im Text einzubringen (in den Meta Tags ist es etwa
sinnvoll, häufige Verschreiber oder Dreher aufzunehmen. Da man praktisch
allein diese Begriffe mit den häufig auftretenden Fehlern anbietet, erscheint
man automatisch ganz oben in der Fundstellen-Liste bei einer fehlerhaften
Eingabe!)
Überhaupt kann es ja gerade für gute Ergebnisse wichtig sein, dass die
Suchmaschinen nicht beliebig viele Varianten, Kombinationen etc. des
Begriffs auswirft, den der User gesucht hat. Dies wird gewöhnlich unter dem
sog. "Sand-Test" beschrieben:
Der "Sand-Test" bedeutet, dass man es als Gütekriterium ansehen
kann, wenn eine Suchmaschine bei einer Suche etwa nach "Sand" Wörter
wie "Sandelholz" nicht findet.
Ob dieses Verhalten aber wirklich von Vorteil ist, darüber lässt sich
streiten, weil man dann mit der gleichen Suche auch Dokumente mit Keywords wie
"versanden", "Sandburg" oder "Sandkasten" nicht
findet.
Neben der „Dichte“ der Keywords und Phrasen
geht als wichtiges Kriterium die Stellung der Keywords im Gesamt-Dokument ein.
In der Abfolge der Wichtigkeit für die meisten (aber leider beileibe nicht
alle) Suchmaschinen:
-
im Titel der Seite (und hier möglichst am Anfang)
-
in der Site-Domain (allerdings aus einem „abgeleiteten“
Grund, den wir bei den Link-Strategien unten diskutieren werden. S. auch
"Sprechende Domains"),
-
in den Hauptüberschriften und dann den Unter-Überschriften
der Seite,
-
in den URLs der einzelnen Seiten (aus den gleichen Gründen wie
bei der Domain),
-
in den externen wie internen Link-Texten, Anker-Texte oder auch
– nur zum Teil wirksam – Link-Titeln
-
vorn im Text,
-
in den Meta Tags (vor allem description und keyword
Tags, wobei letztere kaum noch Bedeutung haben), und
-
sonst überall (Kommentare, Bild-Texte, IMG ALT, Bild/Link-Title-Tags
...)
Meta
Tags
Meta-Tags werden manchmal zur
Suchmaschinen-Geheimwaffe stilisiert, manchmal ignoriert. Beides ist falsch.
Unter den 20 Tipps unten dazu mehr. (Sehr anschauliche
step-by-step-Beschreibung bei Virtualpromote).
Mit dem massiven Missbrauch der
Meta Tags ist zunächst einmal der Versuch gescheitert, strukturierte
Beschreibungen von Seiteninhalten für das „intelligente“ Auffinden von
Texten im Netz zu nutzen. Andere Versuche vor allem im Wissenschafts-Bereich
(z.B. Dublin Core) und die neue Diskussion um das „Semantic
Web“ (Einzelheiten hier)
werden aber durchaus weiterverfolgt und werden umso wichtiger, wie das WWW
sich weiter explosiv ausdehnt, immer neue Bereiche des früher „unsichtbaren
Web“ von den Suchmaschinen erschlossen werden und damit die Relevanz der
gefundenen Dokumente für die Anfrage (den „Sinn“ der Suchanfrage) immer
wichtiger wird (das „Nadel im Heuhaufen-Problem“).
Bei vielen Suchmaschinen, so z.B.
bei Google, spielt "Nähe" der Schlüsselwörter zueinander
eine entscheidende Rolle bei der Bewertung von Such-Phrasen. Zwar bieten heute
die meisten Top-Suchmaschinen eine "Phrasensuche" (ein Suchausdruck aus
mehreren Wörtern wird in "..." gekleidet, das sagt der Suchmaschine: "Bitte
bringe mir die gesuchten Wörter genau in dieser Zusammensetzung"), aber
erstaunlich wenige Suchmaschinen-Nutzer kennen und benutzen diese Möglichkeit.
Die Suchmaschinen "helfen sich" gegen soviel Ignoranz durch die "nahe"-Regel.
Beispiel: Jemand sucht nach "Futter für tibetanische Schleiereulen", gibt
diesen Ausdruck aber ohne die Anführungszeichen in das Suchformular ein. Dann
bewertet die Suchmaschine in der Regel eine Seite höher, wenn die drei
Begriffe "Futter", "tibetanisch(e)" und "Schleiereulen" auf der Seite dicht
beieinander stehen, als eine Seite, bei der die drei Begriffe weit über die
Seite verstreut gefunden werden.
Soweit so einleuchtend. Aber diese
"einfachen" Regeln sind, zumindest bei den bedeutenden
Suchmaschinen, nur kleine Bestandteile von komplexen semantischen Analysen, in
denen der "Sinn" einer Inhaltsseite (und ggf. einer ganzen Website)
abgeglichen wird mit dem "Sinn" einer Suchanfrage (was natürlich
bei ein-zwei eingegebenen Suchwörtern ein heroisches Unterfangen ist).
Diese semantischen Analyse-Modelle
werden ständig verbessert und verfeinert und führen, wenn Sie in die
Ranking-Algorithmen eingehen, zu teilweise "revolutionären" Veränderungen
in den Ergebnislisten. (Ein Beispiel für ein solches Modell ist das "latent
semantic indexing (LSI)"
- der Artikel ist aber auch eine vorzügliche - englische - Einführung in die
Problem des Speicherns, Ordnens und Wiederauffindens von Informationen
generell!)
Mit "einfachen" Regeln
lassen sich weder die Präzision noch die Relevanz der Suchergebnisse wirklich
befriedigend herstellen. Die Suchmaschinen-Software-Produzenten
experimentieren daher seit langem mit zusätzlichen Bewertungsmustern, z.B.:
-
Klärung der Bedeutung eines
Such-Begriffs: Die Suchmaschine fragt den Benutzer vorab, was er denn nun
gemeint habe und "hilft " ihm
dabei, z.B. indem sie Wortfelder zur Verfügung stellt, seine
Anfrage zu präzisieren.
-
Kontext-Analyse:
Die Suchmaschine bewertet die unterschiedlichen Bedeutungen einer
Suchphrase im Kontext eines Gesamtdokuments durch Vergleich mit den
gleichen oder ähnlichen Phrasen in anderen Dokumenten im Index der
Suchmaschine. Die Suchmaschine stellt so auch "Links zu verwandten
Seiten" zur Verfügung. Zunächst von Alexa, PlugIn-Software für
Browser, zur Verfügung gestellt, wird das Prinzip inzwischen von den
meisten großen Suchmaschinen als Zusatznutzen
angeboten.
-
Kontextsuche auf der Basis des
eigenen Surf-Verhaltens („lernende Suchmaschinen“).
-
Hilfen schon bei der
Strukturierung der Suchanfragen.
-
Noch weitergehende
Individualisierungsversuche, die den Cyberspace je nach den persönlichen
Gewohnheiten und Interessen der User strukturieren (z.B. Lifestream,
vorläufig noch eines von vielen faszinierenden Experimenten).
Immer mehr beziehen auch die
"gängigen" Suchmaschinen den Gesamtkontext einer Web-Site (und
nicht nur die einzelne Seite) in die Bewertung mit ein (themebased indexing
oder term vector relevance). Das macht Sinn, da ein Thema, das sich
durch die gesamte Web-Site zieht, für den Suchenden vermutlich mehr hergibt
als wenn es nur auf einer Seite oder gar in einem Satz abgehandelt wird.
Aber die Schwierigkeiten dieser
Methode liegen auf der Hand:
Weder erfassen die Such-Robots
alle Seiten - und schon garnicht die dynamisch generierten - einer Web-Site,
noch können sie natürlich das relative Gewicht ganz unterschiedlicher
Themen auf einer Web-Site gewichten (z.B. ein Verlag stellt hunderte von Büchern
und Zeitschriften zu Dutzenden von Themen auf seiner Website vor und wird dafür
"bestraft", weil das relative Gewicht eines Themas darunter leidet).
Womit wir wieder beim schlichten
Ausgangspunkt zurück sind !!
Gestalte Deine Seite so, dass die
(für die Zielgruppe) wichtigen Informationen/Begriffe/Phrasen klar,
pointiert, vom Design der Seite unterstützt und "didaktisch"
geschickt präsentiert werden, dann wird die Suchmaschinen den
"Sinn" der Seite "verstehen" und bei einer entsprechend
formulierten Suchanfrage "richtig" reagieren können.
kann eine gewisse Rolle spielen (s. "Wie Robots arbeiten")
„Accessibility“ und Fehlerfreiheit
Das sind Kriterien, die vor allem wichtig sind, wenn es darum geht, von
den Robots überhaupt erst einmal besucht und anschließend indiziert zu
werden (s. "Wie
Robots arbeiten"). Aber auch beim Ranking spielen sie oft eine –
gewöhnlich unterschätzte – Rolle (s. im Optimierungs-Tutorial Schritt 1).
Grundsätzlich sollten natürlich alle Seiten meiner WebSite von
den Suchmaschinen erfasst, indiziert und ausgewiesen werden. Rein statistisch
erhöht sich auf diese Weise die Treffer-Wahrscheinlichkeit.
Zusätzlich aber kommt hinzu: Je mehr Seiten im Suchmaschinen-Index desto
besser für das Ranking!
Ein möglichst großes "Gewicht" (möglichst viele,
untereinander verlinkte, indizierte Seiten) zu einem Thema in den
Suchmaschinen führt bei den Bewertungsalgorithmen der „jüngeren“
Suchmaschinen zu einem besseren Ranking, denn: nicht nur die Links von
kompetenten fremden Sites (Hubs, Authorities s.u.) werden als
Relevanzkriterium gewertet, sondern auch die Inhaltsstruktur einer Site
im Vergleich zu anderen Sites und die internen Verweise auf diese
Inhalte mitberücksichtigt.
Hier kommt es also darauf an, viele relevante Inhaltsseiten zu einem Thema
indizieren zu lassen und diese so eng wie möglich miteinander zu verlinken.
Wird eine Site als für ein Thema besonders relevant gewertet (von der
Suchmaschine als Autorität, „Authority“, angesehen und mit
„Reputation“ versehen) und in den Set gespeicherter Sites für den
Relevanzvergleich mit neu indizierten Sites aufgenommen, ist das Top-Ranking
bei den wichtigsten Schlüsselbegriffen gesichert.
Die Zahl der Links von fremden auf die eigene Site hat – vor allem mit
der Karriere von Google und seiner PageRank Technologie – eine
dominante Rolle in den Bewertungs-Algorithmen fast aller „modernen“
Suchmaschinen erhalten.
Mit der Betonung der Verknüpfung von WebSites und Seiten untereinander
und der "Entdeckung", dass sich aus den Verknüpfungsmustern
thematische "Communities" (topic-specific web communities)
im WeltWeitenWeb erkennen und bewerten lassen, ist eine neue Ära in der
Seitenbewertung/Ranking durch die Suchmaschinen angebrochen.
Auf den einfachsten Nenner reduziert bedeutet diese Form der
Relevanz-Bewertung, dass nun nicht mehr wichtig ist, was ich selbst über
meine Website, bzw. eine Seite darin, sage (Anzahl, Platzierung, Kontext von
Keywords), sondern was andere über meine Website sagen oder denken, oder wie
sie sie bewerten (Links als „Stimmabgabe“ bei der Wahl relevanter Sites
und Link-Umfelder als Anhaltspunkte für die damit verknüpften Inhalte).
Nicht nur die durch Google erst so recht bekannte gewordene "Link
Popularity" sondern vielmehr die gewichtete Verknüpfung von Websites
in engmaschige Themen-Netze und die damit mögliche Identifizierung von
sogenannten "Authorities", Sites von zentraler Stellung
innerhalb dieser Themen-Netze (Web Communities), könnten die Relevanz
der Suchmaschinen-Ergebnisse auf eine neue Qualitäts-Stufe heben. In Ansätzen
ist diese Methode schon jetzt bei einigen der neuesten Suchmaschinen zu
studieren, insbesondere bei TEOMA.
(Beschreibung der Methode -->hier.
Für technisch Interessierte eine gut verständliche Darstellung der Theorie)
In mehreren Grundsatzarktikeln (1,
2, 3,
sowie Sammlung bei Google Labs)
beschreiben Jon Kleinberg, Steve Lawrence u.a. die Struktur des Web als eine
Beziehung zwischen Hubs und Authorities in der "Community"-Struktur
des Internet.
Dabei werden in der Regel und zunehmend Links von fachlich relevanten
Sites mit vielen Texten zum Thema, auf die viele andere Sites per Link
verweisen (authorities, „Experten-Seiten“) bzw. mit ausgehenden
Links auf andere Seiten zum gleichen Thema (Hubs) höher bewertet als
Links von beliebigen anderen Sites (bei Google wird, grob gesprochen, der PageRank
der verlinkenden Seite auf die verlinkte Seite übertragen). Das macht das
Einsammeln solcher Links zusätzlich schwierig für den Webmaster. Mit Link-Ringen
oder sogenannten "Link-Farmen", "Free-for-all"-Sites
und ähnlichen Tricks ist da kein Blumentopf zu gewinnen.
Links von völlig irrelevanten Seiten (mit ganz anderem Thema) oder Links
von Seiten, die wesentlich niedriger bewertet werden, können dem eigenen
Ranking sogar schaden! (Die Theorie hinter diesem Verfahren heißt HITS,
Hypertext Induced Topic Search, und wurde von Jon Kleinberg an
der Cornell University, USA, "erfunden" und im Zusammenhang mit dem IBM
Clever Projekts weiterentwickelt.)
„Hub“, „Authorities“ und „Reputation“
Die für die Link-Strategie entscheidenden Begriffe “Hubs” und
“Authorities” werden erläutert in dem folgenden Schaubild:

Erst wenn es gelingt, in den führenden Web-Katalogen (ODP, Yahoo!,
LookSmart, web.de etc. – kostenlos oder kostenpflichtig) präsent zu
sein und darüber hinaus Links in den bedeutendsten Portalen der jeweiligen
Branche oder in den frequentiertesten und bestverlinkten Websites zum gleichen
Thema wie die eigene Site zu platzieren, kann sich der Site-Betreiber sicher
sein, auf den vorderen Plätzen zu landen.
Zusätzliche Bedeutung erhalten die Links auf die eigene Site durch die
Tatsache, dass oft (z.B. bei allen von Inktomi-Technologie getriebenen
Suchmaschinen) diejenigen URLs, die von den Robots/Spidern selbstständig,
d.h. durch das Verfolgen von Links, gefunden werden, bevorzugt werden gegenüber
URLs, die bei den Suchmaschinen direkt angemeldet werden.
Ausgehende Links
Übersehen wird aber häufig, dass auch die Links von der eigenen Site auf
(wichtige, hilfreiche) andere Sites im Web für das Ranking eine Rolle spielen
können (die neue Suchmaschine Teoma, selbsternannter Konkurrent zu Google
wertet dieses Kriterium besonders hoch).
Die Ängste mancher Webmaster um ihren PageRank bei Google (die
verlinkende Seite „überträgt“ sozusagen ein Stück PageRank auf
die empfangende Seite) sind in der Regel unbegründet. Ohnehin ist die PageRank-Hysterie
mancher selbsternannter Experten völlig überzogen. Der PageRank ist
auch bei Google nur einer unter vielen Kriterien.
Interne Links
Schließlich spielen auch die internen Links eine - etwas komplizierte -
Rolle im Ranking-Spiel.
Also: Links! Links! Links!
Spamdexing – Hase und Igel
- Der PageRank
Wahn und die Suchmaschinen-Spammer
Mit der wachsenden Bedeutung der Links für das Ranking in den
Suchmaschinen steigerte sich auch die Jagd nach der Verlinkung bis zur
Hysterie. Der PageRank, Googles
Messlatte für die – qualifizierte – Link-Popularität, wurde von den
Suchmaschinen-Optimierern und solchen, die sich fälschlich dazu berufen fühlten
zur Religion erhoben. (In Wirklichkeit ist der PageRank auch bei Google
nur ein Parameter unter vielen, wichtig aber nicht alles entscheidend!).
Jeder versuchte, mit legitimen und illegitimen Tricks und hochkomplexen
Berechnungsmodellen seine PageRank-Marke (in der Google Toolbar schön
sinnfällig dargestellt) nach oben zu drücken.
So wurden – zumindest in den USA – zeitweise horrende Preise für
Links von Seiten mit hohem PageRank geboten. Der Link-Handel blühte
und blüht nach wie vor.
Die Tricks der Spamdexer
Schlimmer natürlich der
gezielte Missbrauch von Linking und Cross-Linking (wechselseitigem Verlinken
von Sites) durch die „Spamdexer“. Tausende
von inhaltsleeren, über Keyword-Platzierungen an den richtigen Stellen (s.o.)
„optimierten“ Seiten unter den entsprechenden keyword-lastigen Domains
werden cross-verlinkt (oft unter der „Tarnung“ eines Themenverzeichnisses
oder Branchen-Portals, einer Branchen-Datenbank u.ä.) und schaukeln sich so
wechselseitig im Ranking nach oben.
Mit diesem Top-Ranking im Rücken kann dann der Spamdexer Eintragungen in
das so aufgewertete „Noch-nicht-Verzeichnis“ teuer verkaufen und so
erst überhaupt aus der leeren Hülle ein Verzeichnis – und ein Geschäft!
– kreieren.
Oder die so künstlich erzeugten PageRanks und Rankings werden als „Doorway
Pages“, Seiten ohne eigene inhaltliche Funktion, eingesetzt um einer
Website per Verlinkung zu hohem PageRank zu verhelfen, die einen solchen Rang
niemals auf „normalem“ Wege errungen hätte – und natürlich auch nicht
„verdient“ hat.
Spamdexing-Abwehr
Die Abwehrschlacht der Suchmaschinen gegen diese Spamdexer liegt auch den
Änderungen seit Ende 2003 in den Bewertungs-Algorithmen von Google
zugrunde (in den einschlägigen Suchmaschinen-Foren "Florida",
"Austin", "Brandy" etc. getauft). Im Kern
wird jetzt ein ungleich höheres Gewicht gelegt auf das "Thema" der verlinkenden
Seite, den inhaltlichen Kontext, in dem das Suchwort auf der gefundenen
Seite steht und die Übereinstimmung mit dem "Thema" der
Suchanfrage.
Dieser von Google-Wissenschaftlern „Hilltop" getaufte
Algorithmus wird in der einen oder anderen Form die Rankings der Suchmaschinen
in naher Zukunft bestimmen. (Für diejenigen, die an den Details interessiert
sind, eine gute - englische - Erläuterung der jüngsten Google-Updates -->hier)
Bisher hatte Google (und andere) diese inhaltlichen, auf den
"Sinn" der Suchanfrage zielenden Bestandteile ihrer Bewertungsregeln
herzustellen versucht vor allem über die Bedeutung der Link-Texte (sowohl
der URL selbst als auch der sog. "Anker-Texte", Beispiel:
<a href="http://www.meine-site-mit-keyword.de/keyword.html">Linktext
mit Keywords</a> )
bzw. Link-Titel.
Wenn diese zum einen selbst das entscheidende Schlüsselwort enthalten,
die Links zum anderen von einer Seite kommen, auf der das Schlüsselwort häufiger
vorkommt - möglichst in unmittelbarer Nähe des Links - und auf eine
Zielseite verweisen, bei der das Schlüsselwort eine Rolle spielt - dann
erreichen die Links erst ihr volles "Gewicht" in der Ranking-Formel
(jüngste Anpassungen des Google-Algorithmus scheinen noch stärker in
Richtung einer hohen Bewertung des "Link-Umfelds" zu gehen - als
Reaktion auf das sog. "Google-Bombing").
Neue Suchmaschinen - weiterentwickelte Algorithmen - Block Based
Indexing
Mit dem Aufstieg von Google begann zugleich der "Abstieg" des
PageRank-Algorithmus. Die weiche Flanke von PageRank war von Anfang an die
Betrachtung der gesamten Web-Seite mit all ihren unterschiedlichen
Bestandteilen als der entscheidende "Knoten" im Netz der wechselseitigen
Links. Die "Entscheidung", bildlich gesprochen: die "Stimmabgabe", für die
Verknüpfung der eigenen mit einer anderen Seite bezieht sich aber in
Wirklichkeit nicht auf eine ganze Seite (mir u.U. verschiedenen Themen, völlig
anderen, unverbundenen Versawtzstücken etc.) sondern inhaltlich immer nur auf
einen Teil der Seite, einen "thematischen Block".
Wenn es also gelingt, diese thematischen Blöcke innerhalb einer Seitenstruktur
zu isolieren und sie als Ausgangspunkt für die Link-Analyse zu machen, sähe
das "Netz" der Beziehungen zwischen diesen "Knoten" möglicherweise ganz anders
aus als es sich beim Einsatz des PageRank-Algorithmus darstellt.
Wichtiger noch: Dieser "Block-Algorithmus" ist weit weniger angreifbar und
manipulierbar als der PageRank, der seit der steilen Karriere von Google in
zunehmendem Maße "ausspioniert" und missbraucht wird.
Mit der neuen MSN-Suchmaschine (derzeit als
Beta-Version im Test) wird
dieser neue (allerdings in der
Forschung
seit langem diskutierte) Algorithmus auf breiter Front realisiert.
In die Bewertungs-Algorithmen der meisten Suchmaschinen werden alle diese
Regeln je in unterschiedlicher Ausprägung und Gewichtung einbezogen,
Bewertungsprozesse laufen gleichzeitig oder hintereinander. Daraus resultiert
eine Komplexität, deren Ergebnisse dann manchmal auch die Suchmaschinen-Bauer
selbst verblüffen und zu neuem Drehen an den Stellschrauben zwecks Feintuning
veranlassen.
Die Hoffnung, durch das Manipulieren an einer oder einiger, weniger
Stellschraube das "Suchmaschinen-Schicksal" seiner Website steuern
zu können - und das auf Dauer - ist in jedem Fall auf Sand gegründet.
Ein interessantes, aber nie so recht durchgeschlagenes Ranking-Kriterium
ist die sog. Hit-Popularität: Die Zahl der Zugriffe (über die
angeschlossenen Suchmaschinen) auf die zu bewertende Site mit den eingegebenen
Schlüsselwörtern - wobei auch hier zusätzliche Relevanzkriterien aus dem
Umfeld der Ausgangs-Site in die Bewertung einfliessen.
Beispiele sind die Suchmaschine DirectHit
und alle Suchmaschinen und Such-Agenten, die die DirectHit-Technologie
einsetzen. Interessant aber von begrenzter Aussagekraft ist der Ausweis der
Hit-Populariät für eine Website bei Alexa.com.
Eine Art "Ht-O-Meter" hatte Yahoo! mit seiner Toolbar angeboten,
seit einiger Zeit (vorläufig??) aber wieder zurückgezogen.
Bei etlichen Suchmaschinen, die sich einen zusätzlichen Web-Katalog
zugelegt haben oder einen der eingeführten Kataloge in Partnerschaft nutzen,
werden die Sites aus diesem Katalog beim Ausweis der Suchergebnisse in den
Suchmaschinen selbst bevorzugt gelistet. Daher
auch die (im Moment noch) überragende Bedeutung des Open
Directory Projects. Dieser frei verfügbare, von „freiwilligen
Redakteuren“ weltweit gespeister Katalog wird von vielen Suchmaschinen und
Portalen unter eigener Flagge genutzt (z.B. von Google, allerdings mit
abnehmender Begeisterung).
Vor allem aber ist der Eintrag in die großen Kataloge wichtiger
Bestandteil jeder Link-Strategie (s.u.).
Für die Platzierungen in Suchmaschinen spielen zunehmend die
"gekauften" Platzierungen à la Overture
(früher Goto.com) eine prominente Rolle. Hier bietet der Anmeldende in
einer versteckten Auktion einen Preis, den er für jeden "Click-Through"
auf sein Angebot zu zahlen bereit ist. Der Höchstbieter bekommt den Zuschlag.
Die anderen müssen sich mit den folgenden Rängen begnügen. Umfassendste
Informationen zu diesen Suchmaschinen-Typen gibt es bei PayPerClickSearchengines.com
auch: http://www.payperclickanalyst.com.
Solange die ausgewiesenen Ergebnisse als "gekauft" erkennbar
sind, ist das sicher in Ordnung, ja, kann sogar ein brauchbares
Relevanzkriterium sein. Immer häufiger aber - und zunehmend geraten auch
deutsche Suchmaschinen und Kataloge in diesen Verdacht - scheint es verdeckte
"Käufe" von Suchmaschinen-Platzierungen zu geben.
Da verschiedene Suchmaschinen die bezahlten Einträge etwa von Overture,
Espotting und Looksmart einfach übernehmen (und dafür kassieren),
ohne in allen Fällen diese Einträge zu kennzeichnen, verwischt sich die
Grenze der "kommerziellen" und "nicht-kommerziellen"
Relevanzkriterien zunehmend, der Druck auf die Site-Besitzer, für
Platzierungen oder auch nur Einträge zu bezahlen wächst ständig.
Nicht (direkt!?) mit dem Ranking verbunden ist die bezahlte Aufnahme (Paid
Inclusion plus diverser Steigerungsformen wie dem sogenannten „Trusted
Feed“, der Einfügung ganzer Websites mit u.U. tausenden von Seiten per
XML-Feed), die dem Zahlenden die sofortige Bearbeitung, die Indizierung aller
Seiten seiner Web-Site und das regelmäßige Update – aber nicht einen
festen Platz in den Ergebnislisten - garantiert.
Dieses Angebot ist
inzwischen praktisch von allen Suchmaschinen mit wenigen prominenten Ausnahmen
(vorläufig noch: Google)
übernommen worden und selbstverständlicher Teil der
Suchmaschinen-Refinanzierung. Vorteil für den Site-Betreiber ist neben der
sofortigen Aufnahme in den Index der Suchmaschine und die regelmäßigen
Updates vor allem die Garantie, dass alle
seine Seiten aufgenommen werden, auch
solche, die normaleweise für die Suchmaschinen-Robots nicht zugänglich sind
(dynamische Seiten, Flash etc.).
AdSense
und mehr
Google hat dafür mit seinem Adword/AdSense-Programm eine andere
Front eröffnet und seither durch die Ausweitung auf kontextbezogene
Ad-Platzierungen auch auf fremden
Kooperations-Partner-Sites noch erheblich ausgeweitet.
Overtures (jüngst von Yahoo! „eingekauft“) hat nachgezogen und
eine Lawine losgetreten.
Yahoo! selbst hat nach der Trennung von Google (bisher wurden die
Web-Ergebnisse bei Yahoo! von Google geliefert) und der Entwicklung
einer eigenen Suchmaschine zusätzlich zum „alten“ Yahoo!-Katalog eine
neue Runde im Kampf um die Platzierungsgelder eingeläutet, deren Konsequenzen
noch gar nicht abzusehen sind („SiteMatch“). Neu daran vor allem die
Kombination von „Eintrittsgeldern“ pro angemeldeter Seite und
Pay-per-Click-Gebühren von 15 – 30 Cent pro Klick.
Auch bei den großen Web-Katalogen selbst hat sich die Bezahlung
von Einträgen inzwischen soweit durchgesetzt, dass in vielen Fällen eine
kostenlose Anmeldung (von kommerziellen Sites) überhaupt nicht mehr
vorgenommen werden kann.
Dass alle diese Techniken, so unerlässlich für das Überleben der
Suchmaschinen sie auch sein mögen, nicht unbedingt der Qualität der
Suchergebnisse zugute kommen, ist unmittelbar einsichtig. Tatsächlich gibt es
auch erste Anzeichen für ein Umdenken bei den/einigen Suchmaschinen. So hat
die Suchmaschine Ask Jeeves/Teoma jüngst ihr „Trusted Feed“
Programm abgebrochen und damit auf viel Geld verzichtet. Gleichzeitig aber
treibt Yahoo!/Overture mit seinem neuen SiteMatch-Programm
die Beutelschneiderei geradezu auf die Spitze. Ende offen!
Eine der besten Einführungen in die Handhabung von solchen
„bezahlten“ und ergebnisbezogenen Suchmaschinen-Kampagnen (Pay for
Performance) ist ausgerechnet die einschlägige Hilfe-Seite
von Overture. Für graphisch Orientierte auch: How
Sprinks Works
Machen die gekauften Plätze eine Suchmaschinen-Optimierung für die
eigenständige Erfassung und Bewertung Ihrer Sites bei den Suchmaschinen
(„organische“ Optimierung) überflüssig?
Vorläufig - und solange es noch "freie" Einträge gibt -
keinesfalls.
Denn
-
schon sind mit den steigenden Preisen und immer neuen Zugriffen der
Suchmaschinen auf den Geldbeutel der Site-Betreiber die Grenzen des
Bezahlbaren für viele sehr bald überschritten,
-
damit lohnt es sich mehr denn je, die eigene Site von den
Suchmaschinen-Robots selbst finden zu lassen – und diesen Prozess tatkräftig
zu unterstützen,
-
die bezahlten Plätze werden von den Usern weniger als
"Fundstellen" in den Ergebnislisten gewertet denn als
"Werbung" - was sie ja auch sind. Entsprechend niedriger ist die
Klick-Rate (eine Schätzung nach Experiment bei SearchEngineWatch:
17% gegenüber 71% der Klicks auf die "unbezahlten" Einträge).
Informative, journalistisch (das wichtigste nach vorn und in die Überschriften)
aufbereitete Inhalte, die - wachsende - Beliebtheit bei Kollegen-Sites und die
Überzeugung der Katalog-Redaktionen sind die wesentlichen Erfolgsfaktoren
beim Suchmaschinen-Ranking-Spiel.
© lb medien 2004
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