Website-Marketing

Die Technologie
Content Management und dann?
XML - EDI
Nach dem über-komplexen SGML-Standard und neben so verbreiteten Ansätzen
wie Adobe`s pdf (Portable Document Format) zeichnet sich mit dem
XML (Extensible Markup Language)-Standard ein Durchbruch ab, der
nicht nur Text- und Seiten-/Layout-Beschreibung sozusagen unter einem Dach
(einer Meta-Sprache) „neutral“ zusammenfasst, sondern damit auch die
Voraussetzungen, wenn auch noch nicht die Werkzeuge, für eine allgemeine
Standardisierung des Informations-Austauschs zwischen den
Marktteilnehmern in der Prozesskette zur Verfügung stellt.
Eine Art "Lingua Franca" des Internet.
Für den Verlag/das Unternehmen bietet diese Entwicklung die
Perspektive eines einheitlichen Zugriffs auf, und einer ungestört
"verteilten" Produktion von Inhalte(n)/Daten aller Art.
(Corporate) Publishing intern und extern aus einem Guss.
Wichtiger für die Unternehmen und den Handel ist aber die damit
geschaffene Möglichkeit, auch die Daten-Austauschprozesse entlang der
Prozess-Kette zu standardisieren. Die Probleme mit EDI und Edifact in der
Vergangenheit lagen ja gerade im Fehlen bzw. in der zu teuren Anpassung an
proprietären Standards.
Mit XML sind diese Probleme zwar noch nicht gelöst, aber es gibt
jetzt eine Grundlage für eine Lösung, auf der sich alle Beteiligten ohne
Verzug an die Standardisierungs-Arbeit in den verschiedenen Feldern
(Katalog-Austausch, finanzielle Transfers und die Integration der
unterschiedlichen Tracing and Tracking-Technologien
(Identifikations- und Verfolgungs-Systeme) machen können.
Content Management Systeme (CMS)
Mit den daraus entstehenden technischen Instrumenten, den mächtigen
Content-Management- und den daran anknüpfenden Publishing- Werkzeugen
ausgestattet kann der Verlag nun endlich seinen „natürlichen“
Vorsprung vor all den vielen Möchtegern- und
Verlegenheits-Verlegern im Internet voll ausspielen.
Das Schöpfen immer neuer medialer Erscheinungsformen mit immer
gleichem Content aus der strukturierten Datensuppe und damit endlich der
jahrzehntelang erhoffte Rationalisierungs-Sprung in die goldene Verlags-,
Verzeihung: Informations-Management-Zukunft scheinen greifbar nahe.
Die Verlage sollten sich an der Vision wärmen und dann das Machbare
vom Wünschbare und vor allem das Wünschbare vom Erwünschten, sprich vom
Marktgängigen, vom Verbraucherwunsch trennen.
Dann stellt sich rasch heraus, dass halt auch die Bäume des
Knowledge-Managemnts und der Cross-Medialen Info-Produktion nicht in den
Himmel wachsen.
Will der User wirklich den zweiten Print-Aufguss?
Es ist nämlich garnicht so sicher, in vielen Fällen sogar absehbar
falsch anzunehmen, dass der Informations-Verbraucher wirklich den
Offline-Content auch Online bekommen will, und umgekehrt. Die
mediengerecht Zurichtung etwa eines Print-Magazins für die Web-Site im
Internet mag sehr wohl teurer sein als die Neuschöpfung, wenn sie denn
den USP des Internet, vor allem also die nicht-lineare, nicht-hierarchisch
Struktur des Hypermediums voll nutzen will.
Der Stunde der Technologen folgt doch rasch wieder die Stunde der
Redakteure und - natürlich - der Vermarkter.
© lb medien 2001
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