Website-Marketing

Die Organisation
Chance für eine Workflow-Revision
Das “ehrliche” Online-Engagement des Verlags/Unternehmens
erfordert organisatorische Anpassungsprozesse. Bei allen Arbeitsabläufen
im Verlag - und in anderen Unternehmen zumindest im Corporate Publishing,
Marketing und Vertrieb - muss die Web-Site und ihre Bedürfnisse
eingebunden werden.
Medium der kurzen Wege
Internet ist ein Medium der kurzen Wege – auch innerorganisatorisch. Der
interne Workflow ändert sich mit der Integration des Online-Publishing in
den Publishing- und Marketing-Alltag. (Ein weites Feld, das hier nur
erwähnt werden kann).
Der Online-Erfolg hängt nämlich ganz wesentlich auch von
der Reaktionsqualität und –geschwindigkeit der anderen
Unternehmensabteilungen und -funktionen ab. Beim E-commerce macht sich das
am augenfälligsten natürlich an der Liefer-Logistik fest. Aber
mindestens ebenso entscheidend ist z.B. die Reaktionszeit bei Email oder
Formular-Anfragen, die halt innerhalb 24 Stunden bearbeitet sein müssen.
Hier gilt das gleiche Gesetz wie überall bei der Online-Entwicklung:
Ein "Offline" -Jahr (oder Tag) entspricht mindestens sieben
Online-Jahren (Tagen).
Voraussetzungen für die Integration des Online-Teams
Für die Einbindung des Online-Teams in die formale und die
Ablauf-Organisation des Unternehmens gibt es kein Patentrezept. Aber
einige Voraussetzungen müssen erfüllt sein, wenn das Abenteuer Internet
nicht rasch an Auszehrung sterben soll:
-
Die volle Unterstützung des Top Managements und damit
-
die demonstrative Betonung des Stellenwerts dieses Projekt und des
Projektteams (die quälende Fünftes-Rad-am-Wagen-Existenz mancher
Onliner, umgeben von den Wagenburgen und Selbsterhaltungs-Strategien
der Produkt-Manager, der Marketing- und PR-Abteilungen, ist nur das
äußere Symptom für eine moribunde Online- und Cross-Media-Strategie
des Unternehmens),
-
das klar definierte Budget, festgemacht an klar definierten,
operationalen Zielen mit weit gefasster Autonomie des Mitteleinsatzes,
und gleichzeitig
-
die ebenso rigorose Einbindung dieses Online-Budgests in das
(Marketing-)Controlling des Unternehmens (das hierfür auch im
Controlling neue Konzepte und Wege entwickelt werden müssen, sei hier
nur erwähnt).
Insgesamt muss der Verlag, und in geringerem Ausmaß das Unternehmen
im produzierenden Gewerbe, in seiner Organisationsentwicklung fähig sein,
die Anstöße zu Workflow und Ablaufintegration aus dem Online-Team
aufzugreifen und für die Zukunftsentwicklung auch der traditionellen
Produktionsabläufe zu nutzen.
Kommunikation entlang der Prozeß-Kette
Revolutionieren aber wird das Internet die Kommunikation
entlang der Produktions-Prozeß-Kette (supply chain management)
sowohl im Verkauf (E-commerce, E-business) als auch im Einkauf (E-procurement).
Mit der Verkürzung aller Kommunikationswege auf der
Basis einheitlicher Daten-Standards (XML, Internet EDI) vom
"redaktionellen" Austausch der Katalog-Daten über die
Produktions- und Sendungsverfolgung online, Integration von
Warenwirtschaft und Lagerhaltung bis zu den finanziellen
Transaktionen und dem "Back Office" (Finanz- und Rechnungswesen,
Buchhaltung).
Die euphorischen Einsparungs-Szenarien der Marktforscher
und der gerade aufblühende Boom an Neugründungen von
"Vortalen" (vertikalen bzw. Branchen-Portalen) und
Handelsplattformen sollten allerdings nicht darüber hinwegtäuschen, dass
gerade für die kleinen und mittleren Unternehmen der Weg zum integrierten
E-business noch weit und dornig ist. Die Geschichte von EDI und EDIFACT
sollte zumindest vor allzu hohen Erwartungen schützen.
© lb medien 2001
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