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Open-Publishing

Eine weitere Chance für eine Internet-spezifische Beschaffungs- und Vermarktungsform von Inhalten bietet sich gerade den Online-Publishern, die eben nicht über eine tradierte Verlagsstruktur verfügen: Das Open Publishing - die Öffnung des Mediums, zugespitzt formuliert: 
Von allen für alle!
Der Online-"Verleger" stellt die Publikations-Plattform zur Verfügung, fungiert als Moderator (und Spiritus Rector), stellt das Marketing - soweit notwendig, den Rest besorgt der Online-Virus - und versucht die Dinge in Fluss zu halten. Einmal ins Rollen gekommen produziert die Community der am Thema Interessierten Onliner das Publishing als Selbstläufer.
Im Web-Unterholz hat es diese Form des "verteilten Schreibens und Publizierens" eigentlich immer schon gegeben. Kultstatus erreicht hat etwa Slashdot.com oder ein Nachkömmling wie Everything2. Auch bestimmte Formen gemeinschaftlich erstellter Web-Tagebücher (sog. Weblogs, deutsches Beispiel: Sofa), bei denen die Reisen ihrer Autoren durch`s Web oft interessante und auch nützlichen, manchmal sehr witzigen Lesestoff bieten sind im Grunde Open-Publishing-Projekte. Mit ebenso einfachen wie effektiven Technologien (s. z.B. Blogger) wird hier das Publizieren zum Gemeinschaftserlebnis. Als typische Netzprodukte sind diese "Publikationen" zumeist auch Knoten in einem Netzwerk, wo sich jeder auf jeden bezieht.  Die P2P-Welle gibt dieser Szene neuen Auftrieb.
Ein Geschäftsmodell war das bisher nicht. Das soll sich ändern.
Auf der Welle des Publishing on Demand, eBook und Just-in-Time-Publishing Hype wächst das Thema in eine völlig neue Dimension. In großem Stil hat Time Warner mit iPublish den Einstieg in diesen "Markt" angekündigt. Mit der Technologie von MightyWords arbeiten einige der größten US Verlage und Buchvertriebe an seiner Erschließung. 
Aber auch auf sehr viel kleinerer Flamme experimentieren internationale Fachverlage mit diese Online-typischen Publikationsform. Und noch eine Stufe tiefer kann das Prinzip auch von kleinen Verlagen ebenso wie von KMUs mit gewissem editorischen Ehrgeiz genutzt werden.
Jeder, der etwas zum Thema beizutragen hat reicht seinen Beitrag ein, der wird online gestellt und dort von den Lesern bewertet. Diese "Peer-Selection" ersetzt das Herausgeber-Gremium.
Die Gefahren eines solchen Verfahrens liegen auf den Hand, die Vorteile ebenfalls. Darüber, was die kommerzielle Nutzung diesen "offenen", kooperativen Publikationsformen antut, oder auch nicht, wird gern und mit offenem Ausgang gestritten.
Beispiele
Die Anwendungen des Prinzips reichen von Serien von Fachbeiträgen, lose in Themengruppen (Threads, wie bei Newsgroups und Mailing-Listen) geordnet auf einem Fach- oder Nischen-Portal bis hin zu den offenen Meinungs- und Besprechungsformen der kooperativen Einkaufsführer vom Typ ciao und dooyoo, und den geführten Netz-Touren von jedermann für jedermann à la Webrides bis hin zur Veröffentlichung der eigenen Bookmarks nach dem Muster von oneview und anderen. Der Übergang zu den bekannten Kommunikationsformen im Internet wie den Foren oder gar dem Chat ist fließend. Sinn und Unsinn solcher kooperativer Anstrengungen ebenfalls.
In abgewandelter und abgeschwächter Form hat das "Open Publishing" aber vermutlich eine größere Zukunft:
Selbstvermarktung als Antrieb
Web-Publisher - ob Verlage, Firmen oder Verbände - mit nutzwerten Themen-Sites und befriedigenden Fach-Besucherzahlen laden die Nutzer Ihrer Sites ein, sich mit fachkompetenten Beiträgen dem Site-Publikum zu präsentieren. Die Motivation der so gewonnen Autoren,
honorarfrei etwas von Ihrer Expertise abzugeben, liegt in dem Marketing-Effekt eines guten Beitrags beim lesenden Publikum. Daher werden vor allem Dienstleister zu diesem Mittel der Selbst-Vermarktung greifen.
Wieweit dann von der Redaktion der Site in die Auswahl der Autoren eingegriffen oder gar Autoren direkt angesprochen werden, bleibt der strategischen Entscheidung überlassen. Die wohl erfolgreichste Web-Site mit dieser Mischung aus Open-Publishing und Redaktions-getriebener Web-Site ist Clickz - mit inzwischen einem riesigen Archiv kompetenter Beiträge zu allen Fragen des Web-Publishing und Web-Marketing und täglich neuen Artikeln.
Kein Wunder, dass es vor allem die großen Web-Marketing-Sites und Newsletter sind, bei denen sich diese Praxis (bisher allerdings nur in den USA) sehr erfolgreich durchgesetzt hat. 
User-Kommentare
Eine Nummer kleiner aber umso effektiver auch die Möglichkeit, den Besucher dadurch zum Autor zu machen, dass ihm ständig nahegelegt wird, sich zu den konsumierten Informationen selbst zu äußern, seine Meinung zu sagen, seine Expertise einzubringen.  Auf dem direktesten Wege geschieht das durch ein Antwort-Formular oder einen Talk-Back-Button. 
Oft sind die Kommentare zu Beiträgen und Kolumnen – jeweils am Fuß der Texte direkt anklickbar - weit amüsanterer Lesestoff als die ursprünglichen Texte selbst.

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