Website-Marketing

Daten
segmentieren – Personalisierung und Individualisierung
Die Segmentierung der Daten in der Kunden- und Potential-Datenbank nach
den für den jeweiligen Markt relevantesten Selektionskriterien erfordert
bereits vorab, dann aber vor allem beim Zuordnen von
"Botschaften" zu den Zielgruppen-Segmenten eine Menge
Kreativität und solide Kenntnisse des Marktes und der
Zielgruppen-Psychologie.
Je nach Anspruch, verfügbaren Ressourcen und vorhandener Technologie
kann von der relativ einfachen "Individualisierung" durch
Mailings bzw. Newsletter an grob segmentierte Zielgruppen bis hin zu
datenbank-generierten, praktisch bis auf die Zielgruppe 1
heruntergebrochenen E-mails:
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Die schlichteste Variante ist die einfach Aufsplittung der
Zielgruppe in Teilzielgruppen und die Zusendung z.B. verschiedener
Newsletter an diese Teil-Zielgruppen aus dem E-Mail-Verteiler.
Dabei
wird ein "Basis-Newsletter" für die Gesamtzielgruppe
jeweils für einzelne Teilzielgruppen durch spezifische Informationen
angereichert und an die selektierten Gruppen als unterschiedliche
Newsletter gesondert verschickt.
Die Selektionskriterien richten sich
dabei halt nach der Verfügbarkeit der Profildaten in der Datenbank.
Beispiel: Ein Verlag gibt ergänzend zur Fachzeitschrift "Mein
Vogel und ich" einen Newsletter (im "Abo-Plus")
über Vogelhaltung, Vogelmarkt, Vogeltausch etc. heraus. Entweder
durch direkte Befragung schon beim Abonnieren des Newsletters bzw.
durch eine gesonderte Aktion, oder durch die Beobachtung z.B. des
Klick-Verhaltens können die Liebhaben von Kararienvögeln mehr oder
weniger eindeutig indentifiziert und von den Liebhabern tibetanischer
Schleiereulen unterschieden werden. Da die Kanarien-Liebhaber eine
große Untergruppe bilden, bekommen sie einen eigenen Newsletter mit
einem größeren Kanarienvogel-Modul, währen sich die 4
identifizierbaren Liebhaber der Schleiereulen mit dem Basis_Newsletter
zufrieden geben müssen – die Kapazität der Redaktion reicht nicht
aus und der Merge- und Versandaufwand ist zu groß, um auch für diese
Kleingruppen eigene Module zu schaffen, zusammenzustellen und in einem
eigenen Versand zu bearbeiten.
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Ähnlich, aber mit anderer Stoßrichtung: Die Bildung von
Interessen-Clustern aus den Profildaten, die künftig mit
unterschiedlichen E-Mailings angeschrieben werden, beispielsweise die
Gruppe derjenigen, die noch nie auf einen Link geklickt hat, die
Gruppe der Gelegenheitsklicker und die Gruppe der Empfänger, die in
jedem E-Mailing auf mindestens einen Link klicken. In diesem Fall
unterscheiden sich die Empfängergruppen in dem Grad ihres Interesses,
denn wer häufig klickt, hat vermutlich auch ein höheres Interesse an
weiterführenden Informationen oder dem entsprechenden Angebot.
In der Top-Variante werden, abhängig vom Profil des jeweiligen
Empfängers, einzelne Meldungen oder Angebote in dessen
E-Mail/Newsletter ein- oder ausgeblendet. Einzelne Bestandteile
können als Module oder Textbausteine aus der Datenbank automatisch
abgerufen, dynamisch generiert, werden je nach einer Fülle von
einzelnen Profilkriterien, z.B.
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demographische (Geschlecht, Alter, Bildung etc.),
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regionale (Land, Wohnort, Postleitzahl etc.),
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"historische" (Klick- oder Kauf-Verhalten,
Abonnent oder Probe-Bezieher, Stamm- oder Spontan-Kunde, Response
bei bestimmten Aktionen etc.),
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persönliche (einkommen, Telefonnummer, Hobby,
Urlaubsgewohnheiten....).
Für jede, sich aus einem beliebigen Kriterien-Mix ergebende
Teilzielgruppe, können jeweils unterschiedliche inhaltliche und
Angebots-Bestandteile nach vorformulierten Regeln miteinander
verbunden werden.
Um bei unserem Beispiel zu bleiben: Der männliche,
gut verdienende Kanarienvogel-Liebhaber, unter 30 Jahren, mit einer
Vorliebe für`s Autofahren und dem Wohnsitz in Bayern erhält
Meldungen über Ausstellungen und Wettbewerbe aus ganz Deutschland und
aus dem Ausland sowie besondere Angebote zum Kauf von
Preisträger-Vögeln mit dezentem Hinweis auf die Status-Wirkung eines
solchen Vogels, währende der ältere, bayerische, arbeitslose
Vogelliebhaber nur Meldungen aus Bayern und von allgemeinen
Versteigerungen und Sonderangeboten bekommt.
Entscheidend bei dieser "dynamischen" Form ist, dass hier
nicht verschiedene Versände an unterschiedliche Zielgruppen notwendig
sind, sondern dass in einem einzigen Versand auf Basis der
formulierten Regeln individualisierte E-Mails verschickt werden
können. Micro-Marketing at its best.
Das Problem der redaktionellen Kapazität (schließlich müssen
alle diese Bausteine geschrieben und die Regeln definiert werden) ist
damit natürlich noch nicht gelöst – im Gegenteil.
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Ebenso "dynamisch" kann eine Individualisierung nach
Versand-Frequenz und Versand-Zeiten eingerichtet werden. Dabei kann
z.B. die Frequenz eines Newsletters (täglich, wöchentlich,
monatlich) entweder vom Bezieher selbst bestimmt oder
Profil-abhängig, wieder per Regel, gemanaged werden.
Dahinter steckt die Einsicht in die unterschiedlichen
Nutzungs-Gewohnheiten der User, denen man sich anpassen sollte, um die
Öffnungs- und Klickrate der Mails zu erhöhen. Es gibt Leute, die nur
kurze Mail-Texte lesen, dafür aber schnell große Mengen
"verarbeiten", also eine höhere Frequenz
"verkraften", während andere davon genervt werden aber eine
längere, materialreichere Mail in größeren Abständen durchaus
bereit sind zu lesen.
Ebenso gibt es den typischen Wochenend-Leser und denjenigen, der
partout nur während der Bürozeiten - und möglichst nicht am Montag
- Mails öffnet und liest.
Durch personalisierte und in Text-Modulen aufgebaute und je nach
Interessensgruppen zusammengefügte, "individualisierte"
Mail-Aussendungen kann das Interessenprofil des einzelnen Adressaten
gezielt bedient werden.
Dabei kann nicht nur die Ansprache im Kopf der
Mail - "Hallo Klaus-Dieter" - sondern auch in den
einzelnen Textmodulen - "Sie sind ein Liebhaber klassischer Musik.
Wir haben daher für Sie, Klaus-Dieter, etwas besonderes...Wir würden Sie
gern unter Ihrer Telefonnummer 05321-957xxx anrufen und..." -
individuell angepasst werden.
Aus einem One-to-Many-Mail wird - wenn auch automatisch erzeugt
und also nur scheinbar - ein One-to-One-Mail.
Der persönliche Tonfall: "Wir habe uns Gedanken gemacht, da
wir nichts mehr von Ihnen gehört haben..." tut ein übriges, um
diesen Eindruck zu verstärken.
Diese Formen des Targeting, der Personalisierung und
Individualisierung sind bei der E-mail-Kommunikation der meisten Portale
inzwischen Standard. Amazon, der Welt führender
Online-Buchhändler, hat dieses Database-Marketing Online, die Kunst des User-Tracking
und Targeting - nicht nur für das E-mail-Marketing - fast zur
Perfektion entwickelt.
In den meisten, selbst den größeren Verlagen bieten allerdings
vorhandenen Kunden- und Potential-Dateien und die eingesetzten
Vertriebs-Systeme noch nicht die Voraussetzungen, geschweige denn die
Daten, um einen nach demographischen oder Interessensschwerpunkten
selektierten E-mail-Versand zu ermöglichen.
Technisch ist die Auswahl zumindest der groben Interessensgebiete und
das Zusammenführen mit den Texten (Mail-Merger) für die -
automatisierbare - Benachrichtigung bei Neuen Produkten, neuen Features
auf dem Server etc. (Mail-Alert) und Newslettern inzwischen
Standard. Mit Hilfe der besseren (allerdings auch teuren)
List-Server-Programme ist diese Aufgabe in der Regel verlässlich - wenn
auch nicht immer problemlos! - zu bewältigen
Übrigens, Personalisierung gilt für beide Seiten, den Adressaten, der
mit Namen angesprochen wird, aber auch den Absender, der wenn irgend
möglich als Person mit Namen, Adresse, persönlicher E-mail etc.
"präsent" ist. Beides schafft Nähe und Vertrauen, der
wichtigste Erfolgsfaktor für eine E-mail.
© lb medien 2001
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