Website-Marketing

Arbeitsschritte
bei der Vorbereitung und Abwicklung einer E-mail-Kampagne und eines
Newsletters
Aber die entscheidenden Kosten fallen, wie gesagt, woanders an,
nämlich bei der Planung, Adressbeschaffung und Nachbereitung. Es stimmt
zwar, dass die E-mail ein schnelles, im Prinzip einfaches und dazu
billiges Instrument ist. Leider aber verleitet das viele Online-Marketer
– und solche, die es sein wollen aber nicht tun sollten – mit dem
Medium und seinen Besonderheiten eher schlampig umzugehen und sich
hinterher über die mangelhafte Effizienz zu beklagen.
Alles fängt damit an, dass eine E-mail-Kampagne frühzeitig und
gründlich geplant werden sollte. Die Fallstricke und Fehlerquellen sind
hier deutlich zahlreicher als etwa bei einer Banner-Kampagne.
Hier in gebotener Kürze eine kleine Checkliste - als
"Verfeinerung" des oben vorgestellten Planungs-Zyklus - der
Dinge, die bedacht und gemacht werden müssen – je nach Art und Umfang
der Kampagne und natürlich je nach dem Organisations-Umfeld
(spezialisierte Abteilungen und/oder Outsourcing-Partner) mehr oder
weniger gründlich.
-
Idee und Antrag. Begründung und ggf. Einordnung in Marketingplan
und Budget.
-
Genehmigung (je nach "Hierarchie")
-
Brainstorming und Konzept: Festlegung Zielgruppen, quantifizierte
Kampagnenziele, Adressbeschaffung, Anforderungen an Adress-Qualität, Format- und Design-Vorschläge,
Dauer der Kampagne/Aussendungs-Frequenzen, Partner-Vorschläge,
Terminplan, Personalbedarf. Ggf. bereits in dieser Phase einbeziehen
anderer betroffener Abteilungen, s. Punkt 5
-
Verabschiedung/Genehmigung/Budgetierung
-
Info an alle beteiligten Abteilungen und externen Partner –
Koordination mit Offline-Aktionen (Entwicklung zur
Cross-Media-Kampagne?) – Zulieferung von Inhalten – Koordination
der technischen Abläufe (wer?was?wass?) – ggf. Texter, Designer,
Data-Management kontakten, briefen und Ablaufpläne abstimmen.
-
Bereitstellen der Kapazitäten für die Rücklauf-Bearbeitung und
Database-Updates.
-
Mailing Plan endgültig verabschieden.
-
Adressen einkaufen oder interne Adressen vorbereiten, selektieren,
segmentieren, prüfen.
-
Text (bei HTML auch Bild) entwerfen (ggf. an Texter mit Briefing),
vorlegen, revidieren und genehmigen.
-
Texte/Variationen/Bausteine kreieren für Versand an segmentierte
Listen (Individualisierung)
-
Texte Korrektur lesen
-
"Landing Pages", "Zielseiten" oder
"Micro-Sites", auf die die Links in der Mail verweisen,
festlegen und u.U. produzieren, testen. Korrekte Links in Text
einbauen.
-
Text an Designer
-
Design (Format, Aufbau, Elemente, Gestaltung) vorlegen, revidieren
und genehmigen
-
Bildmaterial (nur bei HTML) beschaffen, platzieren
-
Programmieren (nur bei HTML)
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Bilder auf Server (nur bei HTML), Einbau der Adressen in HTML
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Text-Version produzieren (strikte Vorgaben: Nichtproportionaler
Font; 60 – max.70 Anschläge pro Zeile; "harter"
Zeilenumbruch; Markierungen für Überschriften, Highlights etc.;
Kopfzeilen, Fußzeilen bzw. Signaturen etc.)
-
ggf. AOL-Version produzieren
-
Alle Versionen checken auf die notwendigen Standard-Elemente (s.
oben "Typische Struktur eines Newsletters")
-
Alle Versionen testen mit verschiedenen E-mail Clients und
Betriebssystemen.
-
Korrektheit und Funktionalität aller Links testen – bei
URL-Erweiterung um individuelle UserIDs für "Tracking"
Funktion testen
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Testen der Reporting-Funktionen – je nach System oder Partner
-
Korrektheit und Funktionalität der Absender-Adresse checken (auf
Signalwirkung und für Bounce-Handling)
-
Betreff-Zeile texten und eintragen
-
Versionen speichern
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Versionen uploaden – je nach System oder Outsourcing-Partner
-
Versand-Test an Testadressen
-
Versand – Versand überwachen
-
Status-Reports
-
Rücklauf-Bearbeitung und Datenbank-Update – je nach System oder
Partner
-
Kampagnen-Report nach ca. 10 Tagen (danach kommt kaum noch Reaktion)
-
Planung und Daten-Vorbereitung für Nachfass-Aktionen
-
Kampagnen-Analyse: Vergleich mit Zielen/Milestones, Hypothesen über
Gründe für Erfolg/Misserfolg – ggf. Änderungen der
Standard-Anweisungen
-
Controlling – "Return on Investment (ROI)" als
integraler Bestandteil des generellen Marketing Controlling
Exkurs: Outsourcing
Da hier immer wieder auf
Outsourcing-Partner bezug genommen wird, ein paar Anmerkungen zur Auswahl
eines E-mail Dienstleisters für die Abwicklung (die Checkliste ist
entnommen dem Newsmarketing-Letter, 2/2002): "Dies sind die Punkte, die ein
Newsletter-Versandsystems *mindestens* haben sollte. Alles darüber hinaus ist natürlich ein nettes Add-On.
1. Format
Der Newsletter sollte sowohl im Textformat als auch im HTML-Format versandt werden können.
2. Sicherheit
Die Datenbank Ihrer Abonnenten und das Versenden Ihres Newsletters sollte ausreichend geschützt sein, so dass kein unbefugter Dritter an
die Daten kommen kann bzw. eine Email an Ihren Verteiler versenden kann.
3. Datenschutz
Sie sollten die *schriftliche* Bestätigung bekommen, dass Ihre Abonnentenliste nicht an Dritte
weiterverkauft oder vermietet wird.
Selbstverständlich? Täuschen Sie sich nicht - das verkaufen von Emails ist zwar illegal, wird aber sehr gerne hinter der Hand gemacht...
4. Bounce-Handling
Nicht erreichbare und fehlerhafte Email-Adressen sollten automatisch von dem System gelöscht werden. Wichtig: Das Bounce-Handling muss gut
ausgefeilt sein. Nicht nach dem 1. Erreichen dürfen die Emails gelöscht werden (kann ja auch sein, dass die Adresse nur temporär
nicht erreichbar war), sondern das System sollte mehrmals versuchen,
den Newsletter zuzustellen und erst nach mehreren vergebenen Versuchen die Email als nicht erreichbar einstufen.
5. Anmeldung
Das System sollte Ihnen zur Wahl stellen, wie sich die Abonnenten anmelden können: OptIn oder
Double-OptIn.
6. Abmeldung
Auch hier sollten Sie die Wahl haben: OptOut oder Double-OptOut. Ausserdem sollte es eine
"One-Klick-Abmeldemöglichkeit" mit einem für jeden Abonnenten individuellen Link geben.
7. Formulare
An- und Abmeldeskripte sollten durch einfaches Copy and Paste auf Ihre Website integrierbar sein
und in dem Design an Ihre Website anzupassen sein. Die Seite, auf die die neuen Abonnenten nach der Anmeldung
geleitet werden, sollte von Ihnen frei wählbar sein.
8. Dokumente
Die Email-Dokumente, die der neue oder alte Abonnent nach einer Anmeldebestätigung, einer Double-OptIn-Bestätigung, einer Abmeldung,
einer fehlerhaften An- bzw. Abmeldung etc. bekommt, sollten frei von Ihnen definierbar und erstellbar sein.
9. Reporting
Sie sollten online oder per Mail ein regelmässiges und ausführliches Reporting bekommen. Wer hat sich
angemeldet, wer hat sich abgemeldet, wer ist als nicht-erreichbar eingestuft worden.
10. Versand
Der Versand muss schnell und zuverlässig sein, auch bei großer Abonnentenzahl. Ein Newsletter, der täglich erscheint und 500.000
Abonnenten hat, wird arge Probleme bekommen, wenn der Versand über viele Stunden hinweg geht... Oder wollen Sie einen
Newsletter für den 12. April am 13. April bekommen...
11. Bezahlung
Auch die kostenlosen Versender möchten von Ihnen eine Bezahlung - meist einen Anzeigenplatz. Kostenlos
heißt also letztendlich nur geldlos - es ist ein Tauschgeschäft. Das macht ja auch Sinn. Achten
Sie aber darauf, dass wenn Sie einen kostenlosen Anbieter wählen, dieser nicht in Ihren Redaktionsteil oder Ihre Fusszeile Anzeigen
platziert, die sofort deutlich machen, dass dies ein "kostenloser" Service ist. Kommt bei einigen Lesern nicht so gut an. Die Anzeigen
sollte lieber in Ihren Newsletter eingebettet sein, so dass kein Aussenstehender etwas von dem "Tauschgeschäft" sehen muss.
Ausserdem wichtig: der Anbieter sollte Ihnen eine "Sperrliste" anbieten, in der Sie auswählen können, aus welchen Bereichen Sie
*keine* Werbung wünschen (z.B. Mitbewerber, Erotik etc.).
Outsourcing empfiehlt sich vor allem bei
größerer Bedeutung der E-mail-Kampagnen für das
Gesamt-Marketing und
bei Massenversänden an Zielgruppen, die der Verlag
mit seinem CRM-System noch nicht so richtig „im Griff hat“.
Je nervöser die E-mail-Empfänger aufgrund des
Spam-Bombardements ihre Inboxen bearbeiten (oder durch mehr oder minder
intelligente Filter bearbeiten lassen) und je restriktiver die Internet
Service Provider ihre Spam-Filter und Firewalls einstellen, desto
notwendiger ist die Kenntnis aller Regeln und Tricks (plus eine blütenreine
Weste in der Branche), um die Werbemails – auch bei eindeutigen
Opt-In-Listen – an den Mann oder die Frau zu bringen. Das ist inzwischen
echte Profi-Arbeit.
Dass diese Profis dann auch en Detail über jede einzelne Aussendung und ihre Wirkung (Bounces, Open Rates, Klicks, bis zum Tracking auf dem Server hin zum Warenkorb) Rechnung legen (können), versteht sich von selbst.
© lb medien 2001
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