Website-Marketing

Die
eine und die andere Seite des Dialogs
Aber Vorsicht! Wer eine Flut von Email-Rückläufern auslöst, ohne für
die flotte Bearbeitung zu sorgen (6 Stunden ist die Wunschvorstellung der
User, 48 Stunden höchstens sind sie bereit zu tolerieren) schadet der
Sache weit mehr als die erfolgreiche Aussendung nützt! (s.o.) Die
eingehenden Fragen sollten möglichst an einer Stelle mit direktem
Zugriff auf alle internen Datenbanken – also einer Art integriertem
Mail-Call-Center - beantwortet werden.
Fatal ist der Einsatz der ganzen Technologie-Batterie im Dialog- und
Email-Marketing, wenn auf der Unternehmens-Seite die Bereitschaft zum
Dialog, die Mittel oder häufiger noch das Verständnis für die
Besonderheiten des Online-Dialogs fehlen.
Eine Studie in 8/2001 von Skopos im Auftrag des DDV ergab: Ein
Drittel der E-Mails, die Kunden an Unternehmen senden, bleiben
unbeantwortet. Nur jedes zweite Unternehmen reagiert innerhalb von zwei
Werktagen. Skopos hat 80 Unternehmen aus den Branchen
Telekommunikation, Energie und Banken sowie Versandhändler geprüft.
Ähnlich eine jüngere Studie, die zeigt, dass 26 von 95 (mit zwei
E-mails) angeschriebenen Firmen garnicht und vom Rest nur 33 Prozent
innerhalb von 24 Stunden antworteten.

Onliner machen sich geradezu einen Sport daraus, die
Reaktionsbereitschaft und -fähigkeit auch der Big Players im Markt
zu testen - mit zum Teil katastrophalen Ergebnissen.
Ein Verlag der es nicht schafft, Reaktionen auf E-mail-Anfragen und
induzierten Online-Response innerhalb von einem, maximal (z.B. bei
komplizierteren Service-Anfragen) von zwei Tagen zu bearbeiten, sollte
-
die E-mail als Dialog-Instrument aus ihrem Marketing-Arsenal
streichen, oder
-
diese Dienstleistung outsourcen. Immer mehr
Dialog-Marketing-Agenturen und Call-Center sind inzwischen in der
Lage, einen solchen Service anzubieten.
Die Integration des E-mail-Dialogs in das eigene Call-Center, oder
meistens bescheidener: die "intelligente Firmenzentrale", mit
direkter Anbindung an die internen Datenbanken oder gar ausgereifte
Wissensmanagement-Systeme bleibt in den meisten Verlagen noch ein eher
exotischer Wunschtraum. Hier muss die interne Aufklärung, Fortbildung und
Motivation aller Mitarbeiter mit direktem Kundenkontakt für den
richtigen, i.e. zeitnahen, Einsatz des E-mail-Dialogs und die intelligente
Organisation eines Mailverteilers im Haus vorerst genügen.
Dabei ist es hilfreich, die E-mail-Anfragen sozusagen vorzusortieren,
bevor sie überhaupt abgeschickt werden, d.h. je nach Themengebiet und
Rubrik auf dem Verlags-Server eine eigene Mail-Adresse auszuweisen, so
dass die Anfragen/Formulare von diesen Seiten direkt an die zuständigen
Abteilungen gehen und von dort beantwortet werden können, wo die
Kompetenz sitzt.
Alternativ, effizient aber nicht billig: Ein externes
E-mail-Call-Center (Beispiele: Feedback, b.a.s, Media Service Group, MSG,
etc.). Hier werden alle Anfragen von den geschulten Projekt-Mitarbeitern
mit Hilfe der vorhandenen "Wissensdatenbanken" vorsortiert und
in ca, 80 Prozent der Fälle beantwortet. Der Rest bleibt dann doch an den
Verlags-Abteilungen hängen. Die Kosten liegen bei – vorsichtig
geschätzt und immer natürlich von den Umständen abhängig – bei ca.
6-8 DM pro Mail-Antwort.
© lb medien 2001
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