Website-Marketing

Double-Opt-In
Die radikalste Form der Erlaubnis zur Versendung von Mails
ist das sogenannte "double-opt-in"-Verfahren. Von
Puristen zur einzig legitimen Methode hochstilisiert, schlägt dieses
Verfahren gleich zwei Haken, um die ungewollte Mail-Sendung auf jeden Fall
zu vermeiden:
Zunächst wird beim Akquirieren der Adresse - wie beim
einfachen opt-in - ausdrücklich die Zusendung weiterer Info-Mails
angeboten und um die Zustimmung (den Klick) des Angesprochenen gebeten.
Dann aber wird dem "Abonnenten" nicht einfach die nächste
Aussendung in die Mail-Box gelegt, sondern er wird per Email noch einmal
ausdrücklich befragt, ab es ihm mit dem Bezug künftiger Mails/Newsletter
auch wirklich Ernst ist. Erst wenn er dies ausdrücklich bestätigt,
landet er in der E-mail (Abonnenten-) Datenbank.
Der Grund für diesen doppelten Salto ist natürlich die
Tatsache, dass die erste Bestellung nicht eindeutig einer Person
zugeordnet werden kann, i.e. irgendjemand kann im Namen eines beliebigen
anderen mit dessen Mail-Adresse die Bestellung aufgegeben haben.
Ein Verfahren, bei dem allerdings nicht nur die
Falschmeldungen und Irrläufer, sondern auch die faulen, die weniger hoch
motivierten und die schlamperten Interessenten auf der Strecke bleiben.
Etwas, was sich das Marketing nicht unbedingt leisten kann undwohl auch
nicht sollte.
Darüber hinaus gehen bei diesem Verfahren auch jede Menge
Interessenten verloren, die den gesamten Opt-In-Prozess nicht
nachvollziehen können oder ihn einfach nicht verstehen! Hier wie überall
beim Marketing und vor allem im "flüchtigen" Medium E-mail
kommt es darauf an, den Nutzern in Sekundenschnelle das Wesentliche an
diesem Vorgang klar zu machen und die Handlungsanweisungen/-optionen auf
einen schlichten "Klick" zu beschränken.
Zwischen den beiden Extremen: SPAM und Double-Opt-In liegen
die drei "Erlaubnis-Methoden", die wohl eher angetan sind, den
Marketing-Alltag zu bestimmen.
Beim "Confirmed Opt-In" erhält der
Newsletter-Abonnent vor dem Zusenden des ersten Newsletters eine
schriftliche Bestätigung des Abonnements mit einer sofortigen
Kündigungsmöglichkeit.
Diese Methode ist sozusagen "Spam minus".
Massenaussendung an vermutete Zielgruppen ohne deren Zustimmung aber mit
der deutlichen Aufforderung, sich für oder gegen (opt-out) weitere
Zusendungen zu entscheiden.
Dieses Verfahren kann unter zwei Voraussetzungen legitim
sein:
-
Die Adressauswahl ist eindeutig auf die relevanten
Zielgruppen eingegrenzt und
-
das Informations- oder Produkt-Angebot ist für diese
Zielgruppen von hoher Relevanz und enthält idealiter einen
zusätzlichen Mehr-Wert.
Aber selbst dann sollte das Opt-Out-Verfahren immer nur nach
sehr kritischer Prüfung und mit dem geringst-möglichen
Reibungswiderstand (Kurzer Text, Erklärung für die Zusendung vorweg,
opt-out-Option ganz am Anfang deutlich machen) eingesetzt werden.
Andererseits ist die Grenze zwischen Opt-Out und Opt-In
in der Praxis bei weitem nicht so deutlich, wie die polemische Diskussion
gern glauben machen möchte.
Bei diesem Verfahren beruht die Zusendung von E-mails,
Newsletter etc. immer auf der vorherigen Zustimmung der Adressaten,
gleichgültig zunächst einmal, auf welche Weise diese Zustimmung zustande
gekommen ist.
Bei umfangreichen Befragungsaktionen gekoppelt mit
"Belohnungen" aller Art, bei Gewinnspielen, beim Herunterladen
von Free- und Shareware und natürlich beim Einkauf im Internet wird diese
Genehmigung eingeholt. So entstehen riesige, mehr oder minder gut
sortierte Datenpools von Opt-In-Adressen, die im Internet für
Werbemails genutzt werden und mit denen aber auch gehandelt werde kann.
Während die Adress-Broker in Deutschland diesen Markt nur sehr zögerlich
beackern, boomt in den USA der Handel mit solchen Adressen.
Die Qualität dieser Adressen ist oft fragwürdig und die
Grenzlinie zum Opt-Out oder gar Spam eher fließend.
Der Opt-In-Prozess ist oftmals so gestaltet - und die User
sind so vergesslich - dass auch eine Mail an eine Opt-In-Liste von den
Adressaten als Spam identifiziert und behandelt wird.
Hier ist dann das Look-and-Feel der Mailaussendung von
entscheidender Bedeutung:
"If it looks like spam and smells like spam, some
people may consider it spam, even if they did sign up for it"
© lb medien 2001
http://www.e-publishing.de

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