Website-Marketing

Die E-mail-Schreibe
""What can be done with fewer is done in vain with more."
Okham`s Rasiermesser
Die Regeln für das Texten von E-mail-Aussendungen, Postings in
Mailing-Listen und Newslettern sind eigentlich nichts anderes als die noch
strengeren, noch rigoroseren Versionen der Gebote für die Online-Schreibe
auf Web-Sites und für die Online-PR (dazu auch -->hier).
E-mails werden "gescannt", nicht gelesen
Der intuitive Verdacht, dass Online "besichtigt" oder "gescannt"
aber nicht gelesen wird - jedenfalls nicht gründlich und keine langen
Texte, wird durch wissenschaftliche Untersuchungen auf verblüffende Weise
bestätigt. Probanden, denen die gleichen Texte in Print- und
elektronischer Form vorgelegt wurden, brauchten im Durchschnitt ca. 25
Prozent mehr Zeit zum Lesen am Bildschirm und die Erinnerungswerte liegen
deutlich niedriger als bei den Print-Lesern.
Andererseits, ein überraschendes Ergebnis von Eyescan-Untersuchungen,
scheinen Bilder und Graphiken Online eine weit weniger entscheidende Rolle
zu spielen als offline. Das kommt dem Text-Mail entgegen und spricht nicht
gerade für die HTML-Mail.
Der Online-Leser ist ständig am (an vielen) Scheideweg(en)
Online-Texte sind Hypertexte, stehen also nicht in einer Sequenz sondern
am Knotenpunkt sich überschneidender Verbindungen. Nicht "von hier
nach dort" sondern "von nach überall"! Der Leser ist
sozusagen ständig im Aufbruch.
Dazu kommt das generell "nervösere" Verhalten der Onliner,
die jederzeit bereit sind, bei kleinsten Anzeichen von Irrelevanz oder
Langeweile, sich auf eine andere Seite zu klicken.
Regeln für den Online-Text
Verstärkt noch durch den informelleren und News-Charakter der E-mail und
ihre eigentümliche Präsentationsform im Mail-Client lassen sich daraus
bereits die wichtigsten Regeln ableiten:
Kurz, kompakt, pointiert, akzentuiert, strukturiert, persönlich und
vertraut.
- Kurz: Angepasst an die kürzere Aufmerksamkeitsspanne sollte der
Text insgesamt, vor allem aber die einzelnen Text-Module kurz gefasst
werden. Ausführliche Informationen werden durch Verweis angeboten
(Textlink kann auch in den meisten E-mail-Clients anklickbar
dargestellt werden), folgen später im Text (das Wichtigste immer kurz
und nach vorn!) oder werden per Klick auf eine E-mail-Adresse per Autoresponder
abgerufen.
- Kompakt: E-mail-Sprache ist eine Sprache in Hauptsätzen.
- Pointiert: In wenigen Schlüsselwörtern oder Slogans muß der
Inhalt der Mail zusammengefasst werden können. Diese
Schlüsselwörter werden überall dort platziert, wo der flüchtige
Leser zuerst hinschaut: Betreff (!!), Überschrift und
Unterüberschriften (bei Newsletter). Dabei muss dem Leser auf den
ersten Blick der Nutzen (!) klar werden, den aus der Investition
seiner kostbaren Aufmerksamkeit in diesen Text zieht - erst dann liest
er überhaupt weiter
- Akzentuiert: Vor allem im Newsletter, aber wo möglich auch in
Massenmails sollte mit Überschriften über einzelnen Textabschnitten
gearbeitet werden. Andere Formen der Akzentuierung wie
Versalien, ASCII-Graphiken oder ähnlichem sind allerdings nur
mit äußerster Zurückhaltung einzusetzen.
- Strukturiert: Kurze, klar gekennzeichnete Text- als Sinn-Abschnitte,
mehr Absätze als in Print-Texten. Bei längeren Mails oder Newsletter
ein kurzes Statement zum Inhalt vorweg (1 Satz genügt) und/oder eine
kurze Inhaltsübersicht.
- Personalisiert: Hier ist nicht nur die persönliche Anrede des Empfängers
gemeint sondern die Empfehlung, auch bei Unternehmens-Mitteilungen,
Newslettern oder Novitäten-Alerts einen ganz persönlichen
Absender einzubringen, der wiederum die persönliche Ansprache des
Empfängers - es muss ja nicht gleich das traute "Du" sein
- erst wirklich glaubwürdig und wirkungsvoll macht.
- Vertraut: Der Empfänger sollte sofort erkennen können, dass
zwischen Ihnen und ihm bereits eine vertrauensvolle Beziehung besteht,
die Ihr Mail aus dem Berg der irrelevanten Delete-Kandidaten
hervorhebt - diese Beziehung muss gleich am Anfang angesprochen werden
Einige weitere Regeln für häufigere oder regelmäßige Aussendungen
selbst an double-opt-in-Adressen
sind:
- Die Möglichkeit zum einfachen (durch Rücksenden der Mail oder eine
leere Mail) Austragen aus der Adressdatenbank bzw. die Kündigen eines
Newsletter-Abos sollte bereits am Anfang, spätestens aber bei den
"Impressums-Angaben" am Ende der Mail prominent angeboten
werden. Diese Art der Mail-Hygiene macht sich am Ende durch die
Qualität der Kontakte bezahlt.
- Ein klarer, nachprüfbarer "Absender", möglichst eine
Person mit allen Adresseangaben, E-mail-Link und URL - vor allem dann,
wenn die Mail von einem externen Dienstleister verschickt wird, also
eine "fremde" Absender-Adresse trägt. Durch das wachsende
Misstrauen der User landen sonst auch die bestgemeinten und
qualitätsbewusstesten Mails und Newsletter im elektronischen
Papierkorb.
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