Website-Marketing

Newsletter als Promotions-Instrument
Auch beim Newsletter, der Push-Variante in der Community-Betreuung,
sind viele berufen (und fast alle fühlen sich inzwischen so), aber wenige
auserwählt. Das geniale Mail-Marketing-Instrument, das am besten geeignet
ist, zufällige Besucher einer Web-Site zu Wiederholungstätern zu machen
- einfach durch periodisches Erinnern - ist im Begriff, zu Tode
geritten zu werden.
Ein eigener Newsletter?
Da jedermann derzeit "lernt", dass ein Verlag, ein Unternehmen
ohne Newsletter neben der Web-Site die Zeichen der Online-Zeit nicht
verstanden hat, sollte man zunächst einmal auf das Selbstverständliche
zurückverweisen:
-
Habe ich dem Nutzer und potentiellen Abonnenten überhaupt etwas
News- und Nutzwertes regelmäßig mitzuteilen?
Und darauf folgt dann zwingend die zweite, ebenso oft unbeantwortete
Frage:
-
Wer macht`s? Das Hoffen auf News-Strömen aus den Tiefen des
Unternehmens-Marketings, des Produkt-Managements, der PR, der
F&E-Abteilungen ist nachweislich eine Chimäre.
Wo keine verantwortliche und mit Zeit und Budget ausgerüstete
Newsletter-Redaktion, da kein auf Dauer erfolgreicher Newsletter!
Problem: Content - woher nehmen?
Während das zentrale Problem bei Mailing-Listen die Aufrechterhaltung
eines kontinuierlichen Mail-Stroms ist, besteht für viele Firmen beim
Newsletter der Engpass im Content.
Den User interessieren neue Produkte, auch neue Jobs, weniger schon
Personalien. Das ist aber in der Regel alles, was im Unternehmen (im
Verlag ist das anders) routinemäßig anfällt. Für eine regelmäßige
Aussendung, die auch tatsächlich im täglichen Mail-Wust des Adressaten
wahrgenommen, ja im besten Fall freudig erwartet wird, reicht das nicht
aus.
Produkte stehen immer in einem Fach-Themen-Umfeld. Der
Newsletter-Abonnent erwartet daher, dass neben der Präsentation von
Produkten auch nützliche Informationen und Diskussionen aus diesem
Themenumfeld geliefert werden.
Auch Branchen-News (und ein bisschen Klatsch-und-Tratsch) werten den
Newsletter als schnelle, kompetente Kommunikationsform auf.
Also auch hier: Content is King! Aber woher nehmen?
Im wesentlichen kann sich das Unternehmen aus folgenden Quellen
bedienen:
- Die eigenen Fachleute im Haus (die in der Regel zum Schreiben
"geprügelt" werden müssen, und dann häufig den Wald vor
Bäumen nicht sehen bzw. beschreiben können),
- Die eigene Marketing- oder PR-Abteilung (so vorhanden) oder die
PR-Agentur (beide neigen dazu, die Empfänger des Newsketters, die auf
rasche, möglichst "nackte" Facts und Figures gepolt sind,
mit Werbe-Lingo zu langweilen)
- Die Online-Redaktion selbst (in den meisten Fällen aber
leider nicht oder nur im Nebenjob vorhanden), die sich die einzelnen
News-Bröckchen aus den Fachabteilungen, der Fachpresse, anderen
Online-Newsquellen und aus dem Produktmanagement zusammenklauben muss.
- Der Leser: Nicht so sehr in Form von Leser-Korrespondenz also
vielmehr in Form des sog. "Open Publishing" (mehr dazu
-->hier)
- Webnapping: Kostenloses Abschöpfen von News, Statistiken,
Features, Interviews etc. von anderen Web-Sites, die diese Übernahmen
erlauben, weil sie sich davon über die Quellenverweise erhöhten Traffic
versprechen (davon gibt es jede Menge; allerdings laufen Sie Gefahr,
den gleichen Content auch im Newsletter der Konkurrenz
wiederzufinden).
- Als besonders sinnvolle, in Deutschland noch eher seltene Form des
Newsletter: Eine Sichtung und kurze Zusammenfassung mit Link von
relevanten, aktuellen Inhalten anderer Web-Sites. Die
redaktionelle Leistung besteht hier "nur" in der Sichtung
und Auswahl und im "Anreißen" der Inhalte.
- Syndication 1: Autorenpools, die ihre Texte zunehmend auch
fachspezifisch und themenselektiert im Internet anbieten, arbeiten
auch auf regelmäßiger Basis für Newsletter - bis hin zur
Gesamtredaktion eines Firmen-Newsletters. Vorteil hier: Sie können
zwischen (teurem) Original-Text und (kostengünstigen)
Zweitverwertungen wählen.
- Syndication 2: Inzwischen gibt es im Internet Content-Marktplätze
nicht nur für die inhaltliche Gestaltung von Web-Sites sondern
gezielt auch für Newsletter-Content. Hier werden abonnierte (Fach-)Inhalte
auch auf periodischer Basis - bei Bedarf auch direkt in den Newsletter
- zugespielt. Die Redaktion vor Ort kann sich ganz ausklinken oder nur
noch eine Vorauswahl treffen. Die erfolgreichen Versuche werden in
nächster Zeit verstärkt aus den USA auch in unseren Sprachraum
überschwappen.
Neben Content entscheiden auch hier einige weitere der
"Hohen C" (ausführlich dazu -->hier)
über den Erfolg.
Erfolgsfaktoren
Vor allem sind das neben der richtigen "Schreibe"
die vielfältigen Formen der Einbeziehung und Aktivierung des Lesers
(mühsam aber lohnend), von pointierten Meinungsabfragen oder gar der
Aufforderung zu einem "Thema der Woche/des Monats" Stellung zu
nehmen, über Gast-Kolumnen (-->s. Open
Publishing) und Übernahmen von Beiträgen oder Zitaten aus
parallelen Mailing-Listen bis zu Leser-Abstimmungen über die Top-Software
oder was auch immer der Woche/des Monats - die Möglichkeiten der
Mobilisierung sind schier unerschöpflich.
Die Grenzen liegen auch hier, wie immer bei Online-Projekten weit
unterschätzt, im redaktionellen Aufwand, den auch schon ein schlichter
Newsletter bedeutet. Gesprungen wird als Tiger (die ersten beiden Ausgaben
des Newsletters sind so, wie sich`s gehört), gelandet als Bettvorleger
(der Newsletter stirbt an Auszehrung oder überlebt bestenfalls als
Produkt-Novitäten-Verkündigung der Marketing-Abteilung an die leicht
gelangweilte Netz-Gemeinde).
An Auszehrung leiden E-mail-Newsletter noch aus einem anderen Grund:
E-mail-Adressen sind äußerst flüchtig! In den Zeiten eines "Free
Mail" Überangebots, legt sich der User mehr E-mail-Adressen zu, als
er verwalten kann und wechselt die Adressen häufig ohne Spuren zu
hinterlassen.
Die E-mail-Database schwindet also permanent dahin. Die
E-mail-Daten-Akquise (mehr dazu -->hier)
muss also ständig intensiviert werden. Mit dem zunehmenden Gedränge im
Cyber-Space und dem neuen E-mail-Hype werden die User dagegen immer
unwilliger, ihre Daten in längliche Formulare einzutragen.
Auf Kosten eines differenzierteren Data-Base-Marketings muss also auf
viele nützliche Informationen verzichtet und ggf. die Anforderung auf
Namen und E-mail-Adresse beschränkt werden.
Newsletter Promotion
Die Verbreitung des eigenen Newsletters, also die Promotion des wichtigen
Promotions-Instruments, erfolgt primär natürlich auf der eigenen
Web-Site, wo an prominenter Stelle die Eintragung in die Abonnnenten-Liste
propagiert wird.
Falls auf weitere Daten an dieser Stelle zugunsten einer möglichst
einfachen, schnellen Form des Registrierens verzichtet werden soll/kann,
genügt eine E-mail-Feld neben der Vorstellung des Newsletter auf der
Leitseite - E-mail eingeben, abschicken, fertig!
Aber natürlich kann der Newsletter beworben werden wie jede andere
Online-Dienstleistung auch:
- Eintragung in die entsprechenden Spezial-Suchmaschinen und Kataloge,
- Schaltung von Text-Anzeigen in anderen Newslettern,
- Beteiligung an Diskussionen in Foren und Mailing-Listen mit dezentme
Hinweis auf den eigenen Newsletter,
- Online-PR zumal bei besonderen Ereignissen oder Angeboten auf dem
Newsletter - und natürlich die regelmäßige Zusendung - wenn
gewünscht - des Newsletters selbst an die Presse,
- Banner- und Button-Werbung, Virus-Marketing, vor allem die
Erlaubnis, Content aus dem Newsletter weiterzuverwerten und die
Weiterleitung des Letters selbst zu erleichtern und zu ermutigen,
Newsletter-Ringe....etc. etc.
Newsletter-Formen
Welche redaktionelle Form dem Firmen-Newsletter gegeben wird, hängt von
vielen Faktoren ab.
Bewährt hat sich die Mischform aus
- "Anreißern" für Inhalte auf der eigenen Web-Site
mit "Deep-Links" direkt in die weiterführenden
Informations-Seiten (Vorsicht: Überschrift und ein paar Stichworte
reichen nicht. Der "Anreißer" muss schon auch Info und
Lesestoff in eigenem Recht sein!)
- (Branchen-)News - nur die absoluten Highlights, destilliert aus den
unendlichen News-Strömen, s.o.,
- redaktionellen bzw. Gast-Kolumnen, die ein Thema kompakt abhandeln,
- Verweise auf und "Rezensionen" von anderen
relevanten Inhalten im Netz oder auch Offline (Buch-Tipps z.B.)
Dass auch bei den Newslettern die HTML-Versionen und künftig
reichlich Multimediales in Mode kommt, sei hier nur am Rande erwähnt.
Werbung zulassen?
Ob auf dem eigenen Newsletter Werbung Dritter zugelassen werden sollte,
läßt sich pauschal kaum beantworten.
Das kann auf einem Verlags-Newsletter an eine Fachzielgruppe parallel
etwa zu einer Fachzeitschrift des Verlages durchaus sinnvoll sein. Für
einen Firmen-Newsletter kommen aber regelmäßige, bezahlte
Werbeplätze eher nicht infrage.
Allerdings hat es sich als gute Übung mit Nutzeffekten durchaus auch
für den Abonnenten erwiesen, wenn Unternehmen mit Newslettern in
"benachbarten" Branchen, vor allem aber von
Branchen-Dienstleistern, kooperieren und dabei nicht nur Content
übernehmen sondern ganz natürlich auch die Partner mit promoten.
© lb medien 2001
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