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Website-Marketing

Mailing-Listen, E-Groups

E-mail ist nicht nur das (pseudo-)One-to-One Kommunikationsinstrument der Wahl sondern unverzichtbar auch bei der Bildung und Pflege von Communities (dazu, auch mit den notwendigen skeptischen Einschränkungen -->hier).
Die eigene Mailing-List als Promotions-Instrument
Das Gefühl, einer (geschlossenen, besonderen) Gruppe anzugehören setzt die Möglichkeit der wechselseitigen Kommunikation unter den Gruppen-Mitgliedern voraus. Der älteste Prototyp für diese Gruppenkommunikation im Internet sind die Newsgroups, die in ihrer Bedeutung aber immer mehr zurückgehen und anderen Formen, wie eben den Mailing-Listen weichen.
Für den Erfahrungs- und Meinungsaustausch ohne bedeutende technische oder auch psychologische Barrieren eignet sich die Mailing-Liste ganz besonders. Hier treten nach einer einfachen Anmeldeprozedur die Teilnehmer sofort per Mail an den zentralen Listserver (auf die technischen Details kann hier nicht eingegangen werden) in Kontakt mit allen anderen Teilnehmern, d.h. die von mir geschriebene Mail wird - automatisch oder nach Sichtung durch den Listen-Moderator - an alle Teilnehmer direkt verteilt und alle können ebenso direkt darauf antworten. 
Dieser permanent Austausch, der meistens über eine gewisse Zeit um bestimmte Themen (Threads) kreist, wird zwar gewöhnlich nur von einigen wenigen Teilnehmern bestritten, aber alle Teilnehmer haben trotzdem das Gefühl "dabei zu sein".
Es gibt die
  • unmoderierten - alle Mails gehen ungefiltert und sofort an alle Teilnehmer - 
und die
  • moderierten  - Moderatoren sichten und sieben nach vorgegebenen, oft "demokratisch" abgestimmten Regeln die Mails/Beiträge, ordnen Sie ggf. nach Themen/Threads und geben einen "Digest", eine Tages-/ Wochen- Zusammenstellung heraus -
Mailing-Listen.
Für Listen, die von Verlagen oder Firmen mit Portal- und Community-Ehrgeiz betrieben/gesponsert werden ist die moderierte Form zwingend. Allzu häufig treiben sich zwanghafte Selbstdarsteller, Nörgler und Manisch-Depressive in solchen Listen herum und vergraulen die ernsthaften Abonnenten. Dem muss ein energischer Moderator rechtzeitig wehren - und braucht dafür sehr viel Fingerspitzengefühl. Autoritäres Moderatoren-Gehabe trocknet jede Liste über kurz oder lang aus.
Gegenüber den Foren auf der Web-Site selbst haben die Mailing-Listen den entscheidenden Push-Vorteil. Der Abonnent muss nicht erst auf die Web-Site einsteigen, sich identifizieren und sich den technischen Zwängen anpassen, um an der Diskussion aktiv oder passiv teilzunehmen, er wird direkt bei der täglichen oder stündlichen Erledigung seiner E-mail-Geschäfte mit der Liste konfrontiert, in ihre Themen einbezogen und wird sich daher sehr viel häufiger und intensiver mit der Liste auseinandersetzen.
Kein Wunder also, dass es sehr viel mehr erfolgreiche Listen als Foren gibt.
Aber auch der Listen-Erfolg ist nicht garantiert, nicht einmal bei bester Absicht, spannendem Thema, gutem Moderator etc. 
Mehr noch als die Web-Site ist die Liste nämlich auf eine "kritische Masse" an Teilnehmern und - wichtigen - Beiträgen angewiesen.
Für den Erfolg einer Mailing-Liste - und damit den Erfolg eines der subtilsten Marketing-Instrumente im Internet - sind daher noch zwei weitere Faktoren ausschlaggebend:
  • Der "Anschub-Faktor" gefolgt vom "Virus-Effekt": Der Moderator hat vorab eine Schar schreibwilliger Mitglieder für die Liste gewonnen, die zu Beginn für Beiträge, Fragen, Antworten, Zank und Zoff in der Liste sorgen - und dann an allen denkbaren Stellen im Netz das Wort von dieser munteren, nützlichen Liste verbreiten (am besten in konkurrierenden Listen), was dann wiederum für Gesprächsstoff (oder hier besser: Mail-Stoff) unter den potentiellen Interessenten/Abonnenten sorgt und...und...
  • Eine gezielte Promotion - off- und online - die dieses Virus-Marketing unterstützt und verstärkt. Hier können alle die Instrumente eingesetzt werden, die auch für die Promotion der Web-Site wirksam sind.
Der technische Aufwand für Hosting und Management einer solchen Mailing-Liste (oder den Versand eines Newsletter oder anderer Formen regelmässiger Massenaussendungen) scheint auf den ersten Blick gering, die verfügbare Software - von kostenlos bis hochpreisig - für alle Eventualitäten ausgelegt. (Eine Übersicht bietet list-business.com). 
Der Teufel steckt aber im Detail der Anpassung an die eigenen Bedürfnisse. Hier scheitern oft nicht nur Einsteiger und die Folgen, wenn etwa der Empfäger 10 mal  die gleiche Aussendung erhält, sind für die gesamt Database u.U. katastrophal. Auch die Bewältigung großer Mail-Mengen ist nicht jeder Software Sache.
Hier bietet sich vor allem für die ersten Gehversuche in Sachen E-mail-Community die externe Abwicklung auf einer ASP-Plattform an. Es gibt inzwischen eine Reihe gut funktionierender und sehr leicht bedienbarer, kostenloser Dienste.
Beispiele: eGroups (seit neuestem allerdings mit Werbung), Kbx7 oder  eCircle
oder internationale Provider, die gleichzeitig auch als Listen- und Newsletter-Verteiler und -Suchmaschinen fungieren, wie Topica, L-soft, Cool-List
Promotion in fremden Listen
Die eigene Mailing-Liste ist nur die eine Seite des E-mail-Marketing per Liste. Die andere ist die Werbung für die eigene Web-Site, den eigenen Newsletter, die eigene Liste in fremden Mailing-Listen.
Verlangt der Betrieb der eigenen Liste bereits ein hohes Maß an Sensibilität bei der Balance zwischen Informations-, Kommunikations- und Community-Dienstleistung auf der einen und dem Promotions-Anliegen auf der anderen Seite, so trifft das für die Verbreitung von "Botschaften" beim Schreiben (Posten) in anderen Listen in erhöhtem Maße zu. 
Mehr ist hier weniger, weniger mehr!
Immer mehr Listen auch in Deutschland öffnen sich dem Sponsoring. Mit einem einfachen und unaufdringlichen Sponsoren-Hinweis in einer Diskussions-Liste von Fachleuten kann die Firma/der Verlag die "Kompetenz-Hoheit" auf diesem Felde unterstreichen. Das Auffinden relevanter Listen wird durch "Listen-Suchmaschinen" und die oben erwähnten Service-Plattformen wie eGroups, eCircle oder Topica erleichtert.
Funktionierende und gut moderierte Listen, und nur bei solchen lohnt sich der Aufwand, tolerieren werbliche Aussagen nur als
  • sachlich begründete, für das Argument zwingend notwendige Verweise  auf die eigene Leistung oder die eigenen Produkte (und dann womöglich noch mit einer kleinen Entschuldigung),
  • bescheides Add-On in der Signatur (mehr dazu -->hier) oder
  • Beispiele aus der gelungenen Praxis.
Die wirkungsvollste Promotion ist ganz schlicht die sachkundige Teilnahme an den Diskussionen und die kompetente Reaktion auf Hilfe-Ersuchen von Listen-Teilnehmern - "gestempelt" mit der Signatur im Footer des jeweiligen Postings.

© lb medien 2001
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