Website-Marketing

Woher kommen die Adressen? Online Data-Base-Marketing ohne faule
Tricks
Viele Wege führen zur E-mail-Adresse!
Die Adressbeschaffung für das Online-Direktmarketing ist in vieler
Hinsicht vergleichbar mit den Verfahren Offline - mit ein paar
interessanten Unterschieden. Und natürlich ist die Email-Adresse
integraler Bestandteil jeder Kunden und Potential-Datei.
Adress-Broker
Der Einkauf feinselektierter Email-Adressen beim Adress-Broker ist in
Deutschland eher die Ausnahme - und bei etlichen Angeboten von
Neueinsteigern in den Broker-Markt ist Mißtrauen angesagt (Beispiel für
Opt-In-Sammel-Techniken: Euroclix.de,
promio.net).
Die zahlreichen Erfahrungsberichte aus den USA über Kampagnen mit
"sauberen" gemieteten Opt-In-Listen sind sehr unterschiedlich.
Verständlicherweise, da die Adressqualität eben nur eine
Voraussetzung für eine erfolgreiche Direkt-Mail-Kampagne ist.
Alle Berichte sind sich aber darin einig, dass die
"hausgemachte" (und gepflegte!) Liste mit Abstand die besseren
Ergebnisse erzielt. (Während umgekehrt bei Targeting, Management
und Response-Bearbeitung offensichtlich das Outsorucing die besseren
Resultate bringt; dmonline, 6/99).
Hausgemachte Adress-Listen
Da derzeit noch mit Email-Aussendungen Response-Quoten erreicht werden,
von denen die Offline-Marketer nur träumen können (auch hier immer
cum grano salis, eine Community-Liste erzielt natürlich immer einen
besseren Rücklauf als etwa eine durch Gewinnspiele aufgebaute Liste)
lohnt sich die Investition in diesen unbequemeren Weg der
Adressbeschaffung auf jeden Fall.
Wie also kommt man zu einer "hauseigenen" E-mail Datenbank?
Hier ein paar probate Mittel aus einem schier unerschöpflichen
Reservoir:
1. Zunächst einmal erfüllt jede gutgemachte Web-Site die drei
wichtigsten Voraussetzungen für den Aufbau einer Interessenten-Datei:
- Spannenden, nutzwerten Content, der den Appetit auf mehr weckt,
- eingebaute Response-Funktionen (E-mail-Formulare, Talk-Back- und
Call-Back Buttons, Experten-Foren, Umfrage-Tools etc.) auf jeder
Seite, und natürlich
- Incentives - materielle oder immatrielle - für die Registrierung
oder das Ausfülllen eines Formulars,
- die Bestell-Funktionen, von der Zusendung von Info-Material,
Probeheft etc. bis zum ausgebauten Shop-System.
als Adress-Sammel-Gelegenheit. Was immer an Daten über diesen Weg in
die E-mail-Liste gelangt, ist von hoher Qualität.
Dazu muß eine klare Sicherheitspolitik kommen, die dem User auch
glaubwürdig vermittelt werden kann. Keine Weitergabe von Mail-Adressen,
Punktum!
2. "Free": Was immer es im Internet umsonst gibt - und das
ist eine Menge - zieht die Scharen der Surfer unwiderstehlich an. Haben
Sie etwas von einigem Wert umsonst abzugeben, können Sie als
Gegenleistung die Zustimmung zur Speicherung der Adresse bekommen. Das
muß nicht ein Produkt sein: Nutzwerte Informationen, die nur nach
Registrierung zugänglich gemacht oder zugeschickt (z.B. per Autoresponder)
werden, lassen oft auf höhere Motivation schließen, erlauben in der
Regel eine sehr viel bessere Feindifferenzierung der Daten und sind für
viele Zielgruppen nicht weniger attraktiv als irgendein Gimmick.
3. Angebot Newsletter: Auch dies ein "Give Away", aber mit
starkem "Community-Potential". Hier wird dem Besucher
nicht die Email-Adresse durch "Bestechung" abgerungen, sondern
er verlangt aktiv, in den Kreis der Informierten (zu Online-Ereignissen,
neuen Produkten, Tipps & Tricks oder auch nur neuen Inhalten auf dem
Server) aufgenommen zu werden. (-->mehr
dazu)
4. Aktionen/Gewinnspiele: Hier liegt die Registrierung in der Natur
der Sache. Gewinnen kann ich nur, wenn ich meine Adresse preisgebe. In den
meisten Fällen ist hier auch noch Gelegenheit für ein, zwei Fragen (multiple
choice, pull-down-menue) zu Interessen, Kaufabsichten etc. Aber
Vorsicht: Schnell ist hier zu viel des Guten getan.
Was hier machbar ist - und was das kosten darf - zeigt eine über
Monate laufende, kooperative Aktion
etlicher Großanbieter im Netz, bei der die User in einem
"Agentenspiel" durch die Web-Sites der teilnehmenden Firmen
geschleust werden und dabei insgesamt 1,3 Mio DM gewinnen können. Ziel
der Aktion: Qualifizierte Nutzer-Profile der (erwarteten) Millionen
Teilnehmer für das Online-Marketing der veranstaltenden Firmen.
5. Offline Werbung für die Online-Registrierung: In
Anzeigen-Kampagnen, Direkt-Mailings, Hand-outs etc. wird für die
Eintragung in die Mailing-Liste geworben - natürlich immer auch hier mit
einem Nutzen-Versprechen bzw. einer direkten "Belohnung".
Neben diesen "opt-in"-Sammel-Versuchen gibt es eine
Fülle von legalen, halblegalen und illegalen Techniken, die mehr oder
minder automatisiert E-mail-Adressen aus fremden Dokumenten, Datenbanken,
Web-Sites, Mailing-Listen etc. "absaugen".
Auch hier wieder schießt die Online-Porno-Szene den Vogel ab, durchaus
mit bewundernswerten technischen Fähigkeiten.
Da diese Methoden aber für seriöse Unternehmen tabu sind (sein
sollten), müssen wir darauf an dieser Stelle nicht näher eingehen.
Sammeln wozu?
Aber auch hier die obligatorische Warnung: Das fleissige Sammeln von (E-mail-)Adressen
ist pure Zeitverschwendung, wenn nicht von Anfang an klar ist
- was mit diesen Adressen geschehen soll,
- wer sie mit welchem Aufwand und welchen Hilfsmitteln (!) auswertet,
pflegt (die "Verfallsrate" bei E-mail-Adressen ist
beängstigend) und verwaltet,
- welches Budget er dafür zur Verfügung hat,
- wie die Ergebnisse des Managements (Kategorisierung, Segmentierung,
Qualifizierung, Selektierbarkeit) der E-mail-Daten in das gesamte
Data-Base-Management des Hauses integriert werden kann.
Zur Daten-Qualifizierung durch User-Tracking als Voraussetzung des
On-to-One E-mail-Marketings -->hier
Auf die komplexen juristischen und ethischen Probleme bei der
Verfolgung der Nutzer im Netz und der Speicherung von personnenbezogenen
und Verhaltensdaten kann hier nur auf die einschlägigen Fach-Site im
Internet verwiesen werden.
Eine der besseren, frei zugänglichen und auch für Laien verständlichen
Quellen mit Originaltexten, Kommentaren und Foren ist: Online-Recht.de
© lb medien 2001
http://www.e-publishing.de

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