Website-Marketing

Woher kommen die Adressen: Adress-Broker
"200 MILLION EMAIL ADDRESSES FOR ONLY
$149 - want to make some money? I can put you in touch with over 200
million people at virtually no cost".
Solche (echt!) Angebote sind typisch für den neuen Markt
der E-mail-Adressen weltweit (hier im Beispiel aus Indien).
Scharlatane und kriminelle Elemente bevölkern die Szene.
Seriöse Broker von Opt-In-Adresslisten sind eine kleine Minderheit.
Anders als in USA, wird es in Deutschland noch eine Weile dauern, bis sich
der Broker-Markt strukturiert hat und auch für Nicht-Profis transparent
geworden ist. Derzeit bieten die traditionellen Broker wie Schober
oder PanAdress Opt-In-Listen für (kleine) Teile
ihrer Adress-Datenbanken an – mit den oben beschriebenen Problemen.
Andere Adress-Broker wie AZ Bertelsmann Direct kaufen
diese E-mail-Adressen von spezifischen "Sammlern" wie GMX zu.
Beispiel für Opt-In-Sammel-Techniken:
http://www.promio.net (Adresse gegen
Bezahlung, sozusagen "gekaufte Mail-Empfänger")
http://www.euroclix.de
(Mail-Werbung lesen gegen Bonuspunkte)
http://www.domeus.de/my/valuemail_ext
(registrieren ohne "Belohnung")
Der Einkauf feinselektierter Email-Adressen beim
Adress-Broker ist in Deutschland eher die Ausnahme - und bei etlichen
Angeboten von Neueinsteigern in den Broker-Markt ist Misstrauen angesagt.
Außerdem liegen die Kosten bei den "seriösen" Listen z.T. bei
bis zu 1,- DM pro Adresse.
Non-Spam-Verträge
Das Risiko beim Kauf/Mieten von E-mail-Listen liegt immer beim
Versender. Wenn die Listen einen relevanten Anteil an Adressen enthalten,
die nicht durch ein sauberes Opt-In-Verfahren erworben wurden,
verspielt das versendende Unternehmen seine Glaubwürdigkeit und wird in die
Schmuddelecke gestellt.
Vom Broker muss verlangt werden, dass er die Adress-Quellen
bzw. die Art und Weise wie das Opt-In zustandegekommen ist, offenlegt.
Darüber hinaus - wenn überhaupt der Einkauf beim Broker
erwogen wird - sollte der Vertrag eine eindeutige Klausel enthalten, die das
Risiko auf den Broker zurückverlagert.
Bounces
Verlage, die mit gekauften Adressen für Print-Mailings die
Erfahrung gemacht haben, dass – vor allem bei wenig genutzten Listen –
ein erheblicher Teil der Mailings als unzustellbar zurückkommt, wird sich
nicht wundern, wenn gekaufte E-mail-Adresslisten selbst von seriösen
Opt-In-Brokern ein Vielfaches an "Bounces" (unzustellbar)
produzieren. Das liegt vor allem an der Gewohnheit vieler Nutzer, häufig
die Adresse zu wechseln oder sich gleich eine ganze Sammlung von Adressen
zu besorgen, auf denen sie dann die weniger wichtigen E-mails empfangen
und "parken" – und oft auch nie mehr abholen. Auch darum ist
die Qualität der Adressen, selbst wenn die Mails "ankommen",
wesentlich schlechter als die postalischen Adressen in den Broker-Listen.
Noch schlimmer bestellt ist es um die Profil-Daten zur
E-mail-Adresse. Selbst wenn der User, dem man dafür eine Belohnung
versprochen hat, eine funktionierende Adresse angibt, wird er doch in vielen
Fällen bei der Abfrage von zusätzlichen Daten und Interessen die
Unwahrheit oder schlichten Unsinn schreiben. Das "Targeting" der
Mail-Aussendung zielt so ins Leere.
Die zahlreichen Erfahrungsbericht aus den USA über
Kampagnen mit "sauberen" gemieteten Opt-In-Listen sind sehr
unterschiedlich. Verständlicherweise, da die Adressqualität eben nur eine
Voraussetzung für eine erfolgreiche Direkt-Mail-Kampagne ist.
Alle Berichte sind sich aber darin einig, dass die
"hausgemachte" (und gepflegte!) Liste mit Abstand die besseren
Ergebnisse erzielt. (Während umgekehrt bei Targeting, Management
und Response-Bearbeitung offensichtlich das Outsorucing die besseren
Resultate bringt; dmonline, 6/99).
Adress-Abgleich (Adress-Appending)
Wo die Hausliste Politik ist, können trotzdem die
Broker-Daten von Nutzen sein. Inzwischen bieten etliche Broker das
sogenannte "Adress-Appending", im Prinzip: den Abgleich der
Broker-Daten mit der Hausliste und Ergänzung der Hausliste um die
Brokerdaten.
Allerdings löst das keines der oben genannten Probleme und
das Unternehmen/der Verlag sind gut beraten, die vom Broker übernommenen
Adressen einem separaten "Opt-In"-Verfahren zu unterziehen.
Partnerschaften (Affiliate Lists)
Irgendwo angesiedelt zwischen Broker- und Hausliste: Die
Partner-Listen.
Das funktioniert im Prinzip genau wie andere Partner-Progamme,
nur dass hier nicht die Website des Partners mit den Werbe- und
Verkaufsmedien belegt wird, sondern dessen E-mail-Aussendungen.
Die Kommission wird ausgehandelt entweder bezogen auf TKP
(Kosten pro tausend Aussendungen/Kontakte, CPM) oder - heute in der
Regel sogar - als Prozent vom Verkauf (cost-per-action/cost-per-acquisition).
Mit solchen Partner-Programmen (nur mit sehr themenverwandten,
"affinen" Partnern) wird die eigene Database vervielfacht ohne
Broker-Kosten und ohne die Mühsal der eigenen Adress-Sammlung.
Probleme sind allerdings hier ebenfalls die gleichen wie bei
anderen Partner-Programmen. Das Finden, "Pflegen", Kooperieren und
vor allem auch Kontrollieren der Partner kostet einen erheblichen Aufwand,
der gegen die Einsparungen bei der Adress-Beschaffung gegengerechnet werden
muss.
© lb medien 2001
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