Website-Marketing

Wie Banner wirken
Ob und wie Banner wirken, darüber wird endlos debattiert. Empirische
Studien, scheinen – cum grano salis – darauf hinzuweisen, dass mit
Bannern auch (!) effiziente Markenbildung und –penetration möglich
ist.
Am überzeugendsten die vierteljährlichen Reports von AdKnowledge
oder die aufwendigen Messmethoden von AdIndex.
In einer neuen Studie von AdRelevance
11/2000 wird sogar eine Trendwende weg vom Click-orientierten hin zum
"Marken-Banner" (branding ad) konstatiert. Ergebnisse
einer neueren deutschen Studie (PlanNet) im Überblick -->hier.
Banner als eine Art Direkt-Marketing?
Aber immer noch neigt die Mehrheit der Diskutanten dazu, Banner-Werbung
eben nicht parallel zur Anzeigen-Werbung sondern eher als eine Form des
Direkt-Marketing anzusehen und bei der Werbeerfolgskontrolle auf die
Kontaktmenge und -qualität zu pfeifen, wenn denn der Response (Clicks,
Leads)
oder besser die erzielten Verkäufe (Sales)
"stimmen". Damit rückt die sog. "Conversion
Rate", das Verhältnis von Banner-Aufrufen zur Anzahl der Klicks
oder der angestrebten Reaktionen (Leads, Sales) immer
stärker in den Vordergrund. Dabei wird übersehen, dass die
Banner-Leistung sich in diesen Größen immer nur partiell widerspiegelt -
je nach Ziel der Kampagne ("Branding" vs. "Selling").
Was "stimmen" nun konkret heißt, dafür gibt es wie so oft
im Internet noch keine "Richtlinien". Der Zusammenbruch einiger
Top-Startups im Internet hat nicht zuletzt mit Fehleinschätzungen genau
in diesem Bereich zu tun.
Welcher Banner wirkt (wie)?
Welche Banner-Formen - und die Formenwelt wird
immer bunter - optimal sind, hängt natürlich ebenfalls von Ziel,
Botschaft und
Die Ergebnisse einer Jupiter-Studie über Erfolgskriterien beim
Banner-Design und Einsatz etwa von "Rich Media" -->hier
Ein typisches Ergebnis in zweifacher Hinsicht:
1. Zur Wirkung von Bannerns "jenseits des Klicks" und
2. zur überlegenen Wirkung von "Rich Media" Bannern auch bei
den entsprechenden "Konversions-Raten" (Studie Doubleclick,
1/2003):

Die Werbewirkung von Interstitials (mit dem nicht sehr überraschenden
Ergebnis: Für Intertainment-Sites: ja! für Special- Interest-Sites:
nein!) untersucht eine andere aktuelle -->Studien.
Viele der Erkenntnisse der ersten Studien zur Bannerwirkung
bestätigen ähnliche Beobachtungen aus dem Offline-Bereich (klare
Formen, konzentrierte Aussagen, das menschliche Gesicht/Auge, deutliches
Logo/CI etc. stärken Recall, Produkterkennung und Kaufbereitschaft) und
selbst die Kontaktfrequenzen (s.u. auch Banner Burnout) liegen mit
dem Optimum (abhängig von vielen Variablen) von durchschnittlich fünf
Bannerkontakten im Bereich dessen, was aus der Anzeigenwerbung bekannt
ist.
Wo Banner wirken
Auch über die optimale Platzierung von Bannern auf der Seite gibt es
etliche Studien (AdRelevance, WebReference), die - wieder
mit einer ziemlichen Streubreite je nach Design und Inhalt der Seite,
Zielgruppe und Zahl der Werbeplätze - zu beweisen scheinen, dass der
Standard-Platz am Kopf der Seite keineswegs optimal ist.
Die besten Ergebnisse erzielen Banner, die so nahe wie möglich am
Scroll-Punkt (unten rechts) liegen, gefolgt von textintegrierten (Mitte
der Seite) Bannern.
Aus diesem Grund und um den Banner auch beim Scrollen ohne Frames
immer präsent zu haben werden immer mehr Bannerformen und Platzierungen
geschaltet werden, die am rechten Rand der Seite hinunterlaufen,
sogenannte "Wolkenkratzer" (Skyscraper oder Avalanche
Ads).
Banner im Scroll-Bereich haben - wen wundert`s - deutlich weniger
Chancen, geklickt zu werden.
Diese und andere Ergebnissen sind weder erstaunlich noch sehr
hilfreich, da in der Regel just an den attraktivsten Plätzen Banner von
den Site-Betreibern erst garnicht angeboten werden. Der Platz am
Scrollbalken ist aber so attraktiv, dass er allemal ein ernstes Wort mit
dem Betreiber wert ist.
Der überlegene "kleine Bruder" des Banner: Der Text-Link
Vielfach unterschätzt, weil auch in keiner Planungsroutine
unterzubringen, ist eine "Bannerform", die ganz ohne Banner
auskommt, der Textlink.
Nach aller Erfahrung erzielt ein Link aus dem redaktionellen Text eine
um das 3-10fach höhere Clickrate als der "gemeine Gif-Banner".
Da Textlinks nur in seltenen Fällen offiziell verkauft werden, bleibt
es dem Verhandlungsgeschick des Media-Planers (und der Überzeugungskraft
bezahlter Banner-Platzierungen) überlassen, ob diese effizienteste Form
der Werbung eingesetzt werden kann.
Die Klickraten sinken!
Klar ist allerdings, dass die Bereitschaft der User, auf einen Banner zu
klicken, kontinuierlich sinkt (derzeit schon unter die 0,5 Prozent
Marke). Andererseits liegen gut gemachte und gut platzierte (s. Targeting)
Banner auch schon mal bei Click-Raten von 15 Prozent und mehr. (Die
wöchentlichen Click-Through-Rates zumindest der Top-US-Banner -
damit auch ein gutes Banner-Benchmarking - berichtet der Nielsen/NetRatings-Newsletter,
Average Internet Usage, zu abonnieren unter www.nielsen-netratings.com.)
Klar ist auch, dass die Klick-Rate allein noch kein ausreichendes
Erfolgskriterium ist.
Beyond the Click
Banner werden, wie Anzeigen, zur Marken-Penetration und –Pflege
eingesetzt und erzielen hier gelegentlich erstaunliche Erinnerungs-Werte
– ganz ohne Klick. Und tatsächlich beweisen die sogenannte
Eyescan-Tests (s. u.a. die Studie des Poynter
Institute), dass fast die Hälfte aller Probanden beim Betrachten
einer Seite im Netz für etwa eine Sekunde auf den eingeklinkten Banner
schauen - mehr übrigens als auf die Bilder und Graphiken, die den
eigentlichen Text auf der Seite begleiten!
Andererseits erzielen Banner mit deprimierend niedrigen Klick-Raten
manchmal die besten Verkaufs-Erfolge online.
Wie verzwickt das Verhältnis – ausgedrückt in Konversionsraten
- zwischen Banner-Aufruf (AdImpression), Banner-Klick (AdClick,
Click Through), Anfrage/Response (Lead) und Kaufakt (Sales)
tatsächlich ist, zeigt das Ergebnis einer neuen Studie
(Mai 2000): Deutlich mehr Leute liessen sich durch den Banner zum Kauf
bewegen, ohne den Banner angeklickt zu haben, als Leute, die den
Banner tatsächlich angeklickt hatten.

Vorsicht! Werbeträger
Bei der Schaffung immer neuer Bannerformen, die der sinkenden Klickraten
Herr werden sollen, scheint der Phantasie keine Grenzen gesetzt zu sein
– wohl aber der Geduld der User. Und für die bannertragende Seite kann
das Ganze zu einem gewaltigen Rohrkrepierer werden, wenn sich die Besucher
nur noch mit dem interaktiven Banner, dem pop-up-Fenster oder gar dem
<Cursor Banner> (da wird die Maus zum Werbeträger!) und nicht mehr
mit dem Content der eigentlichen Seite beschäftigen.
© lb medien 2001
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