Website-Marketing

Messung der Werbeträgerleistung von Online-Medien
Trotz der Konkurrenz durch andere Messverfahren anderer Anbieter (z. Nielsen/Netratings
oder Mediametrix) bleibt das Messverfahren und die zentrale
Kontrolle durch die IVW der wichtigste Versuch einer Online-Werbe-Währung
im <deutschen Internet>. Der folgende Text fasst den gegenwärtigen
Stand zusammen.
Allerdings wird seit einiger Zeit bereits fieberhaft an neuen
Standards und der Adaption neuer Technologien gearbeitet. Der Text
(kopiert im Oktober 2000) könnte also in einigen Monaten schon wieder
obsolet sein:

Das IVW-Meßverfahren (aus:
ivw.de)
Einführung
Werbeträgerleistung in Online-Medien läßt sich grundsätzlich genau
ermitteln. Online-Datensysteme, welche Inhalte und Werbung an den Nutzer
liefern, zeichnen in der Regel einen umfangreichen Satz von
Verbindungsdaten auf, der Rückschlüsse auf das Nutzerverhalten zuläßt.
Besonders Webserver, die Multimedia-Dokumente über das WorldWideWeb
senden, protokollieren abgerufene Dokumente und Nutzerdaten in sogenannten
Log-Dateien.
In der Anfangszeit der Webwerbung zählten viele Anbieter schlicht die
Zeilen ihrer Logfiles, die dazugehörige Größe heißt Hits
(deutsch auch oft mit "Abrufe" übersetzt). Hits taugen aber in
keiner Weise zur vergleichenden Berurteilung von Werbeträgerleistung.
Eine (Bildschirm-) Seite im Web-Format HTML kann sich neben dem
Textkörper aus diversen Multimedia-Elementen (in der Regel Grafiken)
zusammensetzen. Der Abruf dieser Elemente taucht aber ebenso im Logfile
auf wie der Abruf der eigentlichen Seite. Die Messung von Hits verschafft
also einem Angebot mit vielen grafischen Elementen stets höhere
Zugriffszahlen gegenüber einem Angebot mit schlichterem Design.
Wegen derartiger Verfälschungen bedarf es zur Leistungsmessung eines
Seitenbegriffs, der vom Layout und der grafischen Opulenz unabhängig ist.
Hier bietet sich die HTML-Seite selbst an, unabhängig von der Anzahl der
Zusatzelemente, die sie enthält. Die Anforderung einer (potentiell
werbeführenden) HTML-Seite trägt die Bezeichnung PageImpression
(früher: PageView).
Leider beseitigt diese Währung noch nicht alle Probleme des
Seitenbegriffs. Mit der Einführung der "Frames-Technik" durch
den Browserhersteller Netscape besteht die Möglichkeit, eine
Bildschirmseite aus mehreren HTML-Einzelseiten aufzubauen. Jeder dieser
Frames schlägt sich auch als HTML-Seite im Log des Servers nieder, auch
wenn sie vielleicht nur ein Bildelement enthält. Da die Größe
PageImpression sich aber immer auf eine konkrete Seite bezieht, stört
dies zunächst nicht: der Werbetreibende ist in der Regel ohnehin nur an
den PageImpressions interessiert, welche die Seite mit seiner Werbung
erzeugt hat.
Etwas schwieriger wird die Erfassung bei den PageImpressions für
einen reinen Werbeframe. Bleibt dieser statisch auf der Bildschirmseite
stehen, so zählt die Änderung des Contents auf dieser Bildschirmseite
als zusätzlicher PageImpression für den Werbeframe. Ein Nutzer, der also
durch das Content-Angebot blättert, erzeugt für den Werbeframe pro neuer
Contentseite eine PageImpression für den Werbeframe.
Zur Einschätzung der Attraktivität eines Gesamt-Angebots dient die
Summe der PageImpressions. Sie bezieht sich nur auf Abrufe von
Content-Pages, alle Werbe-, Navigations- und sonstigen PageImpressions
zählen nicht mit. Zusammen mit der Zahl der Visits vermittelt sie einen
Eindruck von der Intensität und Dauer, mit der ein redaktionelles Angebot
genutzt wird.
PageImpressions taugen zwar als Währung für statische Seiten, schon
die Einführung von Frames stellt diese aber auf eine harte Probe. Für
animierte oder dynamisch wechselnde Inhalte bietet sich statt einer
seitenbasierten eher eine zeitbasierte Währung an. Eine solche Währung
mißt den Zeitraum, in der ein bestimmter dynamischer Inhalt für eine
bestimmte Zahl von Nutzern sichtbar war (Nutzerminuten). Die Beratung zur
Einführung einer zeitbasierten Messgröße wurden in den IVW-Gremien
unter Beteiligung der Online-Anbieter, der Werbungtreibenden und der
Werbeagenturen aufgenommen.
Visits (Besuche, Nutzungsvorgänge) definieren den
Werbeträgerkontakt in Online-Diensten. Immer dann, wenn ein Nutzer von
einer URL (Webadresse) Kontakt zu einem Angebot aufnimmt, die außerhalb
dieses Angebotes liegt, zählt dies als neuer Nutzungsvorgang. Der Begriff
Nutzer entspricht dabei nicht dem 'Leser' oder 'Zuschauer' aus Print und
TV, weil sich "echte Personen" ('unique users') aus
datenschutzrechtlichen Gründen nur sehr schwierig den einzelnen
Nutzungsvorgängen zuordnen lassen. Wollte ein Online-Dienst tatsächlich
seine 'Leser' zählen, so müßten sich diese registrieren lassen und sich
bei jedem Nutzungsvorgang über ein Password anmelden. Erfahrungen
diverser Anbieter aus dem letzten Jahr haben gezeigt, daß die große
Mehrheit der Internet-Nutzer nicht bereit ist, derartige Anmeldeprozeduren
zu akzeptieren.
Interview-Studien
Mit dem Online Reichweiten Monitor (OMG) der Arbeitsgemeinschaft (AGIREV)
einiger Top-Player erwächst der IVW eine Konkurrenz mit völlig
unterschiedlicher Methodik. Ähnlich wie die Leser-Analysen als
Gemeinschaftsstudien der Zeitschriftenverlage (MA, VA etc.) werden hier
per Interview eine repräsentative Auswahl von Usern nach ihren
Surfgewohnheiten befragt. Erhoben werden derzeit (2002) knapp 100 Websites
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