Website-Marketing

Zielen und Kontrollieren - Anlegen! Feuern!! Zielen!!!
Werbe-Währungen - Reichweiten - Targeting - Tracking
Trotz des erfreulichen Vorsprungs, den Deutschland derzeit noch bei
der Standardisierung von „Werbewährungen“ (IVW)
und dem zentralen Ausweis der Angebote und Preise (Datenbank: OMDB.de)
im Internet behauptet, sind verlässliche Plandaten nur für einige wenige
Sites verfügbar.
Und selbst dort gibt es - trotz IVW - eine permanente
Auseinandersetzung um die richtige "Währung", die richtige
Methode, Reichweiten zu messen.
Weitere Verfahren
Neben der IVW habe sich daher andere Anbieter von Reichweitendaten auch in
Deutschland etabliert, die vor allem als Alternative zur Zählweise der
IVW (Erläuterung dazu hier) die Reichweiten
der einzelnen Sites mit Hilfe repräsentativer Befragungen bzw. eines
Panels (Beispiel: Mediametrix und Nielsen/Netratings)
messen, wie das ähnlich bereits aus der MA im Printbereich bzw. der
Einschaltquoten-Messung in Fernsehen bekannt ist.
Alle diese Verfahren taugen aber generell nur für die
reichweitenstärksten Angebote im Internet. Bei den Special-Interest- oder
Fach-Sites reichen die Fallzahlen im Regelfall nicht annähernd aus. Und
eigene Untersuchungen (sozusagen das Äquivalent von Copy-Tests) liegen
bei diesen Sites ohnehin nicht vor.
Für die Online-Werbung der Verlage und KMU ist daher schlicht
Inspektion, Marktkenntnis und Bauchgefühl gefragt.
(Ein kleine Liste online und offline verfügarer Datenquellen für die
Online-Mediaplanung finden Sie -->hier)
Targeting - mehr Rauch als Feuer
Für die gezielte Media-Planung (Targeting) stehen - zumindest in
den Publikumsbereichen mit breit gestreuten Zielgruppen - in der
Regel nur eine Handvoll von quantitativen Selektions-Kriterien zur
Verfügung - auch wenn die Online-Agenturen gelegentlich mit Hinweis
auf Ihre umfassenden Datenbanken von Site-Profilen ihrer Kunden etwas
anderes behaupten. Die Steuerung der Kampagnen nach IP-Adressen (z.B.
geographisch begrenzte Kompagnen), Browsern, Domains etc. sind ebenso grob
wie ungenau.
Die qualitative Wahl der Werbeträger ist umso einfacher, je
enger und präziser sich die Zielgruppen und Themen fassen lassen.
Gründliche Recherche ist angesagt. Wo halten sich die Zielgruppen im
Web vermutlich auf, wo begegne ich Ihnen am ehesten? Solange es dafür
noch keine "Affinitäts-Suchmaschinen" gibt bzw. das normale KMU
sich den Einsatz der rudimentär bereits vorhandenen Applikationen nicht
leisten kann, ist das reine "Hand- und Kopf"-Arbeit.
In den thematischen Nischen kristallisieren sich dann schnell einige
wenige Sites als "Werbeplatz" heraus.
Oder doch lieber: "Erst schiessen, dann zielen"?
Ansonsten gilt hier der Wahlspruch: "Erst schiessen, dann zielen"!
Grund: Gründliche Recherche ist oft teurer/zeitaufwendiger als das
Austesten von Kampagnen und Webeträgern. Das nun wieder ist in der
schnellen, sozusagen "real time"-Reaktionsfähigkeit bei der
Online-Werbung begründet. Zwischen "Schalten", "Ergebnis
analysieren" und "Korrigieren" liegen - anders als bei
Print - nicht Monate sondern, wenn`s optimal organisiert ist, Tage.
Platzierung auf Nischen/Themen-Portalen und in Community-Sites
Bevorzugt sind natürlich die
- Branchen-Portale (soweit vorhanden) und
- Community-Sites (auch davon gibt es ja nicht viele).
Optimal sind die „virtuellen Versammlungsplätze“ der Zielgruppe -
dort wo nicht nur informiert sondern vor allem interagiert wird. Da helfen
dann für eine "Quick-and-Dirty"-Kampagne die die großen
Community-Sammelstellen und Plattformen (ASPs) für Listen, Foren,
Chats etc. wie etwas eGroups,
die nach werbefreiem Aufgalopp sich früher oder später alle über
Werbung finanzieren müssen und auf einfachste, "intuitive"
Weise das Erreichen thematisch eng fokussierter Gruppen ermöglichen.
Nicht die Masse (WirkungsstudieKontakte
und nicht einmal der Klicks) zählt, sondern die „Affinität“. Leider
haben die Bertreiber dieser „Communities“ inzwischen ähnliche
Überlegungen angestellt und verlangen – im Gegensatz zum Banner
– immer höhere Preise.
Alternativen
Für das schmale Verlags-Online-Werbe-Budget bleibt dann ggf. doch wieder
nur der Rückzug auf das „Virus-Marketing“,
in diesem Fall also die direkte Teilnahme von Verlagsmitarbeitern an den
Diskussionen in den Communities selbst – mit dezentem Hinweis auf die
eigene URL.
Durch virtuoses Targeting und noch virtuoseres Jonglieren mit
Leistungen und Preisen (inzwischen wächst die Zahl der Marktplätze wie optimad.com,
addore.de oder internationale adauction.com,
wo Bannerplätze für minimalste Preise versteigert werden) kann sich auch
eine Bannerkampagne für einen mittleren Verlag und ein KMU durchaus
lohnen.
Was macht der User nach dem Klick? Ad-Tracking
Das messen der AdImpressions und der AdClicks macht schon erhebliche
Probleme aufgrund unterschiedlicher Definitionen, Messmethoden und
Instrumente. Was aber passiert nach dem Klick?
Für eine E-commerce-Site mit dem eindeutigen Kampagnenziel: Umsatz,
ist das die alles entscheidende Frage. Nicht die Masse der eingeworbenen
Besucher sondern zumindest der Kontakt mit dem Katalog, die Auswahl der
Produkte, die Bestückung des Warenkorbs und schließlich der Kaufakt sind
die entscheidenden Größen in der Erfolgsrechnung einer solchen Aktion
(mehr dazu -->hier).
Das setzt aber voraus, dass der User beim Klick auf den Banner
identifiziert und beim Gang durch die Site bis zum Abschicken des
Warenkorbs verfolgt werden kann. Erst so lassen sich die Kampagnenkosten
pro Verkauf/Umsatz überhaupt rechnen.
Gelöst wird diese Aufgabe durch die Übergabe auf der Site des
Werbeträgers einer ID-Nummer zusammen mit der URL der angesteuerten
Seite. Mit dieser ID kann der Besucher dann bei all seinen Aktivitäten
auf der "Lande-Seite" des Webetreibenden beobachtet werden. Eine
"Abrechnung" der Kampagne nach "Cost per Click",
"Cost per Lead" und "Cost per Sales"
wird auf diese Weise möglich.
Kampagnen-Optimierung "on the fly"
Wenn Ihnen von Seiten der Anbieter/Agenturen ein Minimum an Daten –
zeitnah – geliefert wird, bietet das Internet die Chance, solche
Kampagnen permanent zu optimieren und zu justieren. Dann ist es auch nicht
so bedeutsam wie etwa bei Print-Kampagnen, wenn erst nach dem
Schiessen ein vernünftiges Zielen überhaupt möglich ist.
Agenturen? Nicht für die "Kleinen"
Natürlich gibt es inzwischen spezialisierte Online-Media-Agenturen und
Banner-Netze, die sowohl die Planung als auch die Steuerung und Abrechnung
professionell abwickeln. Aber für den durchschnittlichen (Fach-)Verlag
und das KMU sowohl als Anbieter von Bannerplätzen wie auch als
Werbetreibender kommen diese Agenturen einfach schon deshalb nicht in
Betracht, weil es hier in der Regel um Mengen und Größenordnungen
geht, die in diesen Nischen-Märkten nie erreicht werden. Der Verlag ist
also an der Banner-Front mehr oder weniger auf sich selbst (und/oder seine
Online-Berater) gestellt.
AdServer? Nur ab einer beachtlichen Budget-Größe
Auch bei der technischen Ausrüstung müssen in aller Regel die Ansprüche
weit unter das Machbare und Verfügbare zurückgeschraubt werden. Ein
eigener oder gemieteter (ASP) Ad-Server für Platzierung und
Kontrolle der eigenen Banner-Kampagnen (oder ggf. auch der Banner-Kunden)
lohnt sich erst ab einer Größenordnung, die die meisten Velage und
KMU (noch) nicht erreichen. Der Web-Marketer ist also auf die Daten der
Werbeträger angewiesen oder, da auch dort noch das mediatechnische
Mittelalter herrscht, auf seine Intuition und auf das aufmerksame Lesen
der Logfile-Auswertungen.
© lb medien 2001
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